Barrierefreiheit im öffentlichen Raum gefordert

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Symbol Ausrufezeichen
Symbol Ausrufezeichen
Bild: ht

Saarbrücken (kobinet) "Menschen mit Behinderung sind auf eine barrierefreie Gestaltung der Umwelt angewiesen, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können“, stellt Dunja Fuhrmann, Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter, BSK, und Leiterin des BSK-Fachteams "Barrierefreiheit" fest. In einem Appell an die Straßenraum- und Verkehrsplaner in den Bundesländern fordert der BSK, Barrierefreiheit gemäß dem Behindertengleichstellungsgesetz aufzunehmen und das barrierefreie Bauen verbindlich und bundeseinheitlich vorzuschreiben.

"Holprige Bodenbeläge durch Kopfsteinpflaster, Bordsteinkanten oder Treppen sind für Menschen, die einen Rollstuhl, eine Gehhilfe oder einen Rollator benutzen unüberwindbar", sagt Dunja Fuhrmann. Barrierefreiheit ist auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung ein unverzichtbarer Bestandteil einer verantwortungsbewussten Planung. Auch Menschen mit Sehschwäche, Personen mit Kleinkindern (Kinderwagen) oder Reisende mit einem Rollkoffer profitieren von einem barrierefrei gestalteten öffentlichen Straßen- und Verkehrsraum.

Seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) im Jahr 2009 gelten neue gesetzliche Bestimmungen hinsichtlich der Barrierefreiheit: Die UN-BRK fordert Barrierefreiheit in allen gestalteten öffentlich zugänglichen Bereichen. In den Bundesländern werden allerdings nur die Vorgaben für den Hochbau – sprich Gebäude und Wohnbauten - gesetzlich geregelt. Dabei ist auch die "Herstellung von Barrierefreiheit in den Bereichen Bau und Verkehr" ein zentraler gesetzlicher Bestandteil im Behindertengleichstellungsgesetz, um die gleichberechtigte Teilhabe von behinderten Menschen am Leben in der Gesellschaft durch eine barrierefreie Umwelt zu gewährleisten, heißt es in der Presseerklärung des BSK.

Die Planungsgrundlage für einen barrierefreien öffentlichen Verkehrs- und Freiraum, wurde im November 2014 veröffentlicht und beinhaltet Grundregeln wie Maße für benötigte Verkehrsräume Anforderungen an Oberflächen, Mobiliar im Außenraum oder Wegeketten sowie Grundanforderungen zur Information und Orientierung. Doch bisher wurde diese Planungsgrundlage weder auf Bundesebene noch auf Landesebene gesetzlich verankert, wodurch die Herstellung einer barrierefreien Umwelt nach den aktuellen Regeln der Technik nicht verbindlich ist. "Für unseren Verband, der die Interessen von Menschen mit Behinderungen vertritt und auch als Verbraucherschutzverband anerkannt ist, ist dies auch ein klarer Verstoß gegen die UN-BRK und das Grundgesetz, wonach niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf. Wir erwarten jetzt eine bundeseinheitliche gesetzliche Verankerung“, fordert Dunja Fuhrmann.

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an.Sie erhalten eine Bestätigungs-E-Mail. Bitte schauen Sie auch in Ihren Spamordner. Bestätigen Sie den Empfang durch Klicken auf den angezeigten Link. Sie erhalten ein Fenster und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.