Warten auf den Rest der Beratungsstellen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Logo: EUTB - ergänzende unabhängige Teilhabeberatung
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Bild: BMAS

Berlin (kobinet) Die Bewilligung der Anträge für die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) zieht sich weiter hin. Derzeit stehen etwa 320 der insgesamt ca. 400 Beratungsstellen, die bewilligt werden sollen, in der veröffentlichten Liste, die den Stand vom 31. Januar 2018 aufweist. Es gibt also noch eine Reihe von Beratungsstellen, die noch nicht bewilligt wurden. Dazu gehört beispielsweise auch das Stuttgarter Zentrum selbstbestimmt Leben (ZsL), das schon seit vielen Jahren Erfahrungen mit dem im Bundesteilhabegesetz geforderten Peer Counseling hat und in Baden-Württemberg fast die einzige Beratungsstelle dieser Art ist.

Für Britta Schade vom ZsL Stuttgart zieht sich die Zeit des Wartens nach den Mühen der nicht unkomplizierten Antragstellung für die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung mittlerweile unheimlich lange hin. "Weihnachten war da als Kind einfacher, denn man wusste genau, wann der Zeitpunkt da ist", sagte sie gegenüber den kobinet-nachrichten. Vor allem tue es weh, zu sehen, dass zum Teil Beratungsstellen bewilligt wurden, bei denen es höchst zweifelhaft sei, ob diese wirklich unabhängig von Leistungserbringern sind und es fraglich ist, ob dort überhaupt behinderte Menschen in der Beratung beschäftigt werden. Und genau dies möchte nämlich das ZsL Stuttgart unbedingt, denn die Beschäftigung behinderter Menschen und das Peer Counseling sind feste Grundsätze des ZsL Stuttgart, die dieses schon seit vielen Jahren praktiziert. "Da juckt einen in diesen Tagen schon kräftig das Fell und die Ungeduld steigt täglich", berichtet Britta Schade. Doch noch sind die Bewilligungen nicht abgeschlossen, so dass Britta Schade auch heute wieder die Mails und die Post checken wird.

Ursprünglich sollten die Beratungsstellen ihre Arbeit am 1. Januar aufnehmen und die Anträge im Novermber und Dezember 2017 bewilligt werden. Dies hat sich aufgrund verschiedener Faktoren und nicht zuletzt aufgrund der großen Antragszahl jedoch immer mehr nach hinten verschoben. Die Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung mbH (gsub), der die Antragsbearbeitung und -verwaltung vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales übertragen wurde, hatte daher am 17. Januar eine Informationsmail an die Antragsteller versandt. Darin heißt es u.a.: "Aktuell erreichen uns verständlicherweise viele Nachfragen von Ihnen, in denen Sie sich erkundigen, bis wann wir Ihnen eine verbindliche Rückmeldung zum EUTB-Antrag geben. Wir möchten Sie mit dieser Mail zum Stand der Prüfung der EUTB-Anträge informieren. Seit Dezember 2017 versenden wir Bewilligungsbescheide im Rahmen der Förderrichtlinie zur Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung. Der Prüfungsprozess der Anträge aus der ersten Antragsrunde wird sich nach jetzigem Stand bei einigen Fällen bis in den Februar hineinziehen."

Weiter heißt es in der Mail: "In Abstimmung mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) werden wir zunächst die Bewilligungsbescheide und erst danach die Ablehnungsbescheide versenden. Diese Vorgehensweise ermöglicht uns, die vorhandenen Ressourcen auf die Bewilligungen zu konzentrieren und sogenannte 'Nachrücker' zu berücksichtigen, die aufgrund von möglichen verfügbaren Restmitteln aus den Landesbudgets evtl. noch bewilligt werden können. Diese Regelung führt auch dazu, dass wir mindestens in einigen Bundesländern erst nach Prüfung der Anträge aus der zweiten Antragsrunde Ablehnungsbescheide versenden können." Weiter heißt es: "Wir haben großes Verständnis für Ihre Nachfragen und den Wunsch nach Planungssicherheit. Wir bitten aber um Verständnis, dass zur Vorbereitung qualitativ guter Projekte in vielen Fällen individuelle Abstimmungen mit den Antragstellern und den zuständigen Bundesländern notwendig sind. Eine sorgfältige Prüfung ist auch im Sinne der Antragsteller. Aus diesem Grund hat sich der Prüfprozess und die Bescheidung verzögert."

Link zur Liste der gsub über die Beratungsstellen, die bisher bewilligt wurden

Link zu den bewilligten Beratungsstellen mit Adressen, die im Angebot der Fachstelle Teilhabeberatung aufgelistet sind, wobei hier noch mit Stand 15.3.2018 einige fehlen