Wehe wenn du krank wirst - das Ende eines Selbstbestimmten Lebens! - mit Richtigstellung

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Portrait Manfred Keitel
Portrait Manfred Keitel
Bild: Alexander Witzig

 

Die Chronologie eines wahren Horrortrips!

Zur Richtigstellung  Siehe unten

Welcher Mensch mit Schwerbehinderung kennt das nicht, die Furcht vor Krankheit und damit die Drohung in ein Krankenhaus zu müssen. Dass die Entlassung aus einer Klinik in die eigene Wohnung ebenfalls zum Horrortrip werden kann, das muss Manfred Keitel aus Mainz derzeit bitter durchleben.

Bis zum Frühling war die Welt von Manfred noch in Ordnung. Der 46jährige Mann, der wegen seiner Muskeldystrophie auf 24 Stunden Assistenz angewiesen ist und mithilfe eines Assistenzdienstes in Mainz in seiner Wohnung sein eigenes Leben führte, bekam im Mai eine Lungenentzündung. Die Folge war eine dramatische Krankenhauseinweisung und ein dort durchgeführter Luftröhrenschnitt, um die lebensbedrohliche Unterbeatmung aufzufangen. Dies hatte massive Folgen für die Gesundheit von Manfred, der ohnehin durch die Muskeldystrophie geschwächte Muskelapparat drohte komplett zu versagen. Die einfachsten Dinge wie Sitzen, Essen, sprechen und einen Computer zu bedienen waren auf einmal nicht mehr möglich.

Manfreds Lebensgefährte Thomas versuchte verzweifelt eine Lösung herbeizuführen und gemeinsam mit den Klinikärzten konnte eine Reha-Klinik in der Nähe von Dresden gefunden werden, um Manfred wieder weitgehend zu mobilisieren. Ziel sollte sein, was zu dem Zeitpunkt keiner mehr für möglich hielt, das Leben in der eigenen Wohnung mit 24 Stunden Assistenz wieder zu ermöglichen.

Gesagt getan, ein Hubschrauberflug von Mainz nach Kreischa und Manfred sollte die nächsten fünf Monate in Sachsen zubringen. Der eigene Elektrorollstuhl, das wichtigste Instrument eines Menschen mit einer Muskelerkrankung, konnte nicht mitfliegen. Nur eines von vielen Hindernissen auf dem Weg zu einer akzeptablen Genesung. Viele Menschen unterstützten die beiden, auch über die sozialen Netzwerke. Manfred und Thomas wollten angesichts der dramatischen Situation ihrer Liebe zu einander Ausdruck verleihen und heirateten in der Klinik.

Als es daran ging eine Rückkehr und ein Leben von Manfred in seiner eigenen Wohnung zu organisieren, tauchten die ersten Probleme auf. Zu allem Überfluss wurde Manfred von der Klinik in Kreischa auch noch ein kleines Andenken mitgegeben, ein MRSA-Keim. Anweisungen über den notwendigen Umgang mit diesem multiresistenten Widerling wurden den beiden mitgegeben. Wegen der invasiven Beatmung sollte ein medizinischer Pflegedienst die 24 Stunden Versorgung übernehmen. Nur gibt es in Mainz keinen solchen Dienst, dessen Beauftragung als Voraussetzung für eine Entlassung von den Ärzten als Bedingung gestellt wurde.

Man wurde dann doch fündig. Der „L-H-F Ambulanter Pflegedienst GmbH“ in Frankfurt am Main sollte diese verantwortungsvolle Aufgabe inklusive einer Intensivpflege mit Heimbeatmung übernehmen. Thomas und viele von Manfreds Freunden renovierten und reinigten die Wohnung, der Rückkehr in ein eigenes und selbstbestimmtes Leben stand nichts mehr im Wege.

Der Lebensgefährte und frische Ehepartner Thomas Richter hat die Ereignisse in einem nachträglich angefertigten Gedächtnisprotokoll festgehalten, die so unglaublich klingen, dass wir dieses Dokument hier in Auszügen veröffentlichen.
Einige Passagen haben wir vorsorglich zum Schutz von Persönlichkeitsrechten geschwärzt.


„Montag, 20.11.2017

…Manfred kommt zwischen 17.00 und 18.00 und wird ins Bett gelegt. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦  ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Drei Nachbarn kamen zu Besuch um Manfred zu begrüßen. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

 

Dienstag, 21.11.2017

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Während meiner Arbeit bekam ich einen Anruf des Pflegedienstes, dass ich sofort zu Manfred kommen müsse, weil "die Katze entsorgt werden muss" (Originalton).

Ich bin dann zusammen mit einer Freundin zu Manfred, um zu beratschlagen, wie wir weiterverfahren. Da der Pfleger sofort seine Arbeit niederlegen wollte, wenn wir nicht die Katze aus der Wohnung entfernen, sind wir darauf eingegangen. Gegen 21 Uhr wurde uns mitgeteilt, dass heute niemand mehr zu Manfred kommen dürfe.

 

Mittwoch, 22.November

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Als ich gegen 16 Uhr in die Wohnung kam, hatten sich inzwischen Berge von Mülltüten angesammelt, in der Küche war nichts passiert, selbst das Essen, dass zwei Tage zuvor noch aus der Rehaklinik Kreischa mitgeliefert worden war, stand da und war mittlerweile angeschimmelt. Ich ging ich in die Küche, machte alles sauber und kochte Manfred einen Kartoffelbrei. Der Pfleger wollte mir das Kochen für Manfred verbieten.

Manfred monierte, dass die Kanüle, die laut Vorgaben von Kreischa bereits am Dienstag hätte gewechselt werden müssen, immer noch nicht frisch versorgt war. Er klagte über Atemnot und Erstickungsanfälle, und ich wies den Pfleger darauf hin. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦, ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦, ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦, ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦, ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦, ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦. Dennoch riefen die Pfleger den Notarzt, um Manfred ins Krankenhaus transportieren zu lassen. Als der Notarzt kam, Manfred untersuchte und sich die Geschichte von uns erklären ließ, zog er kopfschüttelnd wieder ab.

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Manfred und ich kommunizierten bis gegen Mitternacht via Internet, Manfred hatte bereits entschieden, am Donnerstag ins Krankenhaus zu gehen, weil er befürchtete, dass die "Behandlung" des Pflegedienstes für ihn lebensgefährliche Folgen haben könnte.

 

Donnerstag, 23. November

Morgens um 8.00 Uhr gab es ein Treffen mit 4 Mitarbeitern des Pflegedienstes, mir und einer gemeinsamen Freundin. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦, ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦, ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦. Der Vertrag mit dem Pflegedienst wurde nun gekündigt und veranlasst, dass ein Notarzt Manfred ins Krankenhaus zu bringt. Das ganze dauerte eine ganze Weile, während die 4 Pflegedienst-Mitarbeiter im Vorraum lauthals in einer fremden Sprache diskutierten. Manfred und mir wurde es zuviel, und ich verwies alle der Wohnung, die nichts mehr mit der Pflege zu tun haben. Bis zum Eintreffen des Notarztes musste nur noch ein Pfleger dableiben und warten.

Sie verließen aber die Wohnung nicht, die inzwischen mit immer mehr Müllsäcken und Kartons voller Müll angefüllt war, also drückte ich den drei Mitarbeitern, die nicht mehr dableiben mussten, diverse Müllsäcke in den Arm mit der Aufforderung, die Wohnung sofort zu verlassen und ihren Müll mitzunehmen. Dann setze ich mich wieder zu Manfred, um auf den Notarzt zu warten.

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Samstag, 25. November

Beim Aufräumen der inzwischen unbewohnbaren vollgemüllten Wohnung fanden wir in den Müllsäcken persönliche Dinge von Manfred - zum Beispiel eine spezielle Lichttherapielampe, den Johanniter-Notrufknopf und mehrere kleinere Dinge ohne besonderen Wert.“

 


 

Manfred Keitel liegt jetzt seit über einer Woche in einem Krankenhaus in Mainz und es gibt immer noch keine Klarheit, wie es weitergeht. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦.

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Auf der Internetseite dieses Pflegedienstes wirbt die Firma mit einer qualitativ hochwertigen „Rund um die Uhr Betreuung“, inklusive der hauswirtschaftlichen Versorgung. Von einer Intensivversorgung, wie sie denn bei Heimbeatmung notwendig wäre, ist auf der Webseite allerdings nichts vermerkt. Die AOK hingegen bescheinigt in ihrem Transparenzbericht über diesen Pflegedienst ein Qualitätssiegel mit der Note gut bis sehr gut. Im Kleingedruckten übernimmt der AOK Bundesverband für diese Bewertung allerdings keinerlei Gewähr. Die jeweiligen Pflegeeinrichtungen seien hierfür selbst verantwortlich (?).

Pflegeleistungen nach SGB V für Menschen mit Heimbeatmung dürfen nicht so aussehen, wie in diesem Fall. Dass Menschen mit Behinderung im Krankenhaus ihre Selbstbestimmung abgeben und ein erhebliches Sterberisiko tragen ist mittlerweile bekannt und eine furchtbare Tatsache. Das aber professionelle Pflegedienste ohne irgendeine Aufsicht auf frisch entlassene schwerstbehinderte Menschen losgelassen und nicht kontrolliert werden, dass mag sich ein assistenzabhängiger Mensch lieber gar nicht vorstellen.

Leider ist die Geschichte hier noch nicht zu Ende. Der Wechsel aus der 24 Stunden Assistenz der „Eingliederungshilfe“ und der „Hilfe zur Pflege“ in eine „Rund um die Uhr Versorgung“ durch die „Behandlungspflege der Krankenkassen“ nach SGB V scheint nicht empfehlenswert zu sein. Das Schlimme an allem ist, dass es keine kompetente Beratungsstelle gibt, die Manfred hier vernünftig unterstützt. Hätte er nicht jede Menge Freunde (auch aus den sozialen Netzwerken) und einen liebenden Ehepartner, dann wäre er vermutlich schon lange gestorben.


Richtigstellung

Wir haben zunächst auf  www.kobinet-nachrichten.org in einer früheren Fassung des Artikels mit der Überschrift „Wehe wenn du krank wirst – das Ende eines Selbstbestimmten Lebens“ wie folgt  berichtet:

"Offenbar hat der Pflegedienst daraufhin den Seuchenschutz alarmiert … . Die Wohnung wurde plötzlich von einem Kommando des Seuchenschutzes gestürmt … ."

Hierzu stellen wir richtig: Die L-H-F Ambulanter Pflegedienst GmbH hat den Seuchenschutz weder alarmiert, noch war dieser in der Wohnung.

Die von uns zunächst als Seuchenschutz bezeichneten Personen waren Polizisten in Schutzkleidung. Wer die Polizei alarmiert hat, wissen wir derzeit nicht. 

 

Berlin, den 21.12.2017

Kooperation Behinderter im Internet (kobinet) e.V. - kobinet-nachrichten.org