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Gute Arbeit für Menschen mit Behinderung
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STUTTGART (kobinet) Wer von Armut bedroht ist, hat nur eingeschränkte politische und gesellschaftliche Teilhabechancen. Dies geht aus dem im Juli 2019 veröffentlichten GesellschaftsReport BW „Politische und gesellschaftliche Teilhabe von Armutsgefährdeten“ hervor. Hier will die Landesregierung gegensteuern und fördert nun in einem ersten Schritt konkrete Projekte, die sich für die politische und gesellschaftliche Teilhabe von armutsgefährdeten Menschen einsetzen.

Das Ministerium für Soziales und Integration in Baden-Württemberg fördert deshalb acht Projekte für politische und gesellschaftliche Teilhabe von Armutsgefährdeten mit rund 71 000 Euro.

Diese acht geförderten Projekte werden in Stuttgart, Mannheim, Göppingen, Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis durchgeführt. Sie befassen sich unter anderem mit Angeboten aus den Bereichen Politik und Kultur, bieten Begegnungsräume oder fördern die Bildung von Netzwerken.

„Auch für armutsgefährdete Menschen muss die Teilhabe am politischen und gesellschaftlichen Leben ohne Einschränkung und Stigmatisierung möglich sein, unabhängig vom Einkommen und vom sozialen Status“, sagte dazu Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha in Stuttgart.

Die Projektförderung resultiert aus dem Förderaufruf „Politische und gesellschaftliche Teilhabechancen trotz Armutsgefährdung“, der direkt nach Vorliegen der Ergebnisse des Gesellschaftsreports gestartet wurde.

Mit den Projekten sollen die gesellschaftliche Teilhabe der Menschen in Baden-Württemberg unabhängig von Einkommen und Sozialstatus gestärkt und Ausgrenzung überwunden werden. Armutsgefährdete Menschen sollen entsprechend ihrer Interessen und Fähigkeiten beteiligt und der gegenseitige Austausch und die Vernetzung gefördert werden.

BERLIN (kobinet) In Presseinformationen begrüßen der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Sozialverband Deutschland die Einigung der Großen Koalition auf ein Grundrenten-Modell. Zugleich mahnt der Paritätische Wohlfahrtsverband, die nach langem Ringen gefundene Lösung nun zügig umzusetzen, fordert jedoch zugleich Verbesserungen für den Kreis der Grundsicherungsbeziehenden. Der Sozialverband Deutschland sieht in dem Kompromiss eine kluge Entscheidung

Im Namen seines Verbandes stellt SoVD-Präsident Adolf Bauer fest: „Dies ist eine gute Nachricht für diejenigen, die Jahrzehnte fleißig waren und dennoch bisher nur die Grundsicherung erhielten. Es war klug, wenigstens diesen Kompromiss zu erzielen, anstatt die Grundrente dem Parteiengezänk zu opfern“. Kritisch kommentiert der Verbandspräsident die geplante Einkommensprüfung. „Allein aus Respekt vor der Arbeitsleistung der Frauen hätte die Koalition darauf besser verzichtet. Der von Arbeitsminister Hubertus Heil vorgelegte Gesetzentwurf war zweifellos gerechter“, sagt Bauer. Und weiter: „Ob den Beziehern der Grundrente der Gang zum Sozialamt tatsächlich erspart bleibt, muss sich erst noch bewahrheiten.“ Die von der Union geforderte Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung lehnt der SoVD ab. „Es zeigt sich doch immer deutlicher, dass sich die Wirtschaft eintrübt. Deshalb werden die Aufgaben der Bundesagentur für Arbeit wachsen“, warnt Bauer.

"Bei aller Kritik, die man im Detail haben kann und muss: der Kompromiss zur Grundrente ist besser als man hätte erwarten dürfen. Es ist kein fauler, sondern ein intelligenter Kompromiss", so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. Aus Sicht des Paritätischen stellt das Modell eine ausbaufähige Grundlage für eine echte Mindestrentenregelung dar. Kritik übt der Verband jedoch an den Plänen, unterschiedliche Freibetragsregelungen für Renteneinkünfte von Altersgrundsicherungsbeziehenden einzuführen. "Der Schritt, endlich Renteneinkünfte nicht mehr voll in der Altersgrundsicherung anzurechnen, ist überfällig und richtig. Es kann jedoch nicht angehen, dass dies nur für Grundsicherungsbeziehende mit 35 und mehr Beitragsjahren gilt. Dies ist eine nicht akzeptable Diskriminierung aller anderen Bezieherinnen und Bezieher kleiner Renten in der Grundsicherung", so Schneider. Der Paritätische fordert einheitliche Freibeträge auf Renten für alle Grundsicherungsbeziehende.

Berlin (kobinet) Gute Fahrt wünschte ein freundlicher Bahner in Berlin der Reisegruppe Niemand. Er war schon lange vor der pünktlichen Abfahrt der S-Bahn nach Potsdam um 04:27 Uhr auf dem Bahnsteig am Berliner Hauptbahnhof. Einen "seltenen Moment in dieser Stunde" erlebten erfahrene Bahnkunden mit eingeschränkter Mobilität, die so früh ohne Unterstützung geblieben sind und ihren Zug verpassten.

Nicht nur für die Reisenden auch für die Deutsche Bahn ist dieser Rekordversuch eine Herausforderung.

Berlin (kobinet) Rolf Allerdissen ist heute früh Morgens mit der Reisegruppe Niemand iam Berliner Hauptbahnhof auf Bahntour gegangen. Dabei hat er die Rolle des "Fahrtenkontrolleurs" inne, wie er den kobinet-nachrichten mitteilte. Denn bei der Bahntour zum 25jährigen Inkrafttreten des Benachteiligungsverbots für behiderte Menschen im Grundgesetz durch alle 16 Landeshauptstädte geht es auch um einen Rekordversuch, der überwacht und dokumentiert wird.

"Ich dokumentiere als ersten wirklichen inklusiven Rekordversuch die Bahntour auf seine Durchführung, um am Ende auch als medienwirksame Nebensache die wirklichen Anstrengungen der Fahrt für das Rekord-Institut für Deutschland (RID) als offiziell 'schnellste Zugrundreise zu allen Landeshauptstädten' in ihr Rekordbuch aufnehmen zu können. Dass wir mit unserem Vorhaben nicht nur Berlin, sondern auch einen offiziellen Weltrekord ansteuern, finden wir großartig", so Rolf Allerdissen, der ursprünglich als selbsternannter "Reiseleiter" mitfahren wollte, nun jedoch in seine zweite Tätigkeit als "RID-Rekordrichter" den Unabhängigen zu geben hat.

Stuttgart (kobinet) Andreas Lapp-Zens aus Stuttgart ist schon seit vielen Jahren in der Umweltbewegung aktiv und setzt sich dabei auch für die Inklusion bei Protestaktionen ein. Bereits im Sommer war er bei einem Protestcamp von Ende Gelände dabei und berichtete darüber, dass dort auch ein inklusiver Finger bei den Protesten organisiert wurde. Im Vorfeld der vom 29. November bis 1. Dezember im Lausitzer Kohlerevier von der Initiative Ende Gelände angekündigten Proteste sprach kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul mit dem Aktivisten über Pläne für ähnliche inklusive oder bunte Protestgruppen.

kobinet-nachrichten: Was ist bei den nun für Ende November geplanten Protesten anders als bei den Aktionstagen von Ende Gelände im Juni?

Andreas Lapp-Zens: Bei den Aktionstagen im Juni im rheinischen Braunkohlerevier hatte sich der Bunte Finger spontan vor Ort gebildet. Aus dem Grund konnte es keine präzise Planung und kein angepasstes Aktionstraining wie bei den anderen Fingern geben.

Einerseits war das angemessen für die sehr vielfältige Zusammensetzung der etwa 90 Personen umfassenden Gruppe. Andererseits kam es zu kritischen Situationen während der Blockade einer zur Kohlegrube führenden Straße bzw, mangelte es an der Kenntnis von möglichen, die Sicherheit der Teilnehmer*innen nicht gefährdenden Reaktionen auf martialisch auftretende Polizist*innen und rabiate Autofahrer.

Anders als im Rheinischen Braunkohlerevier werden die Aktionen diesmal zudem von drei Orten losgehen, nämlich aus Berlin, Dresden und Leipzig.

Nähere Informationen gibt's unter www.ende-gelaende.org

kobinet-nachrichten: Was unterscheidet den Bunten Finger von dem Pinken, Roten, Grünen und Goldenen Finger?

Andreas Lapp-Zens: Im Bunten Finger beteiligen sich Menschen, die nicht kilometerweit über Felder, Straßen, Grubenkanten und durch Polizeiketten laufen können oder wollen, weil sie mobilitätseingeschränkt, mit kleinen Kindern unterwegs sind oder bei anderen Aktionen eine Unterlassungserklärung unterschrieben haben (nämlich das Betriebsgelände der LEAG nie mehr zu betreten).

kobinet-nachrichten: Warum sollten sich mehr Menschen mit Behinderung an Aktionen des zivilen Ungehorsams beteiligen?

Andreas Lapp-Zens: Ich bin der Meinung, dass die Verhinderung des drohenden Klimakollapses alle Menschen angeht und es deshalb auch den Einsatz aller Menschen braucht. Bisher waren Menschen mit sichtbaren Behinderungen eher unterrepräsentiert bei politischen Aktionen und Demonstrationen. Das hat sich verändert seit Fridays for Future und Ende Gelände. Deren Aktionen spiegeln in immer stärkerem Maße die vielfältige Zusammensetzung der Gesellschaft wider. Ich behaupte frech, dass gelebte Inklusion in keinem Bereich des Zusammenlebens so sichtbar ist. Aber auch hier ist noch viel Luft nach oben!

kobinet-nachrichten: An wen kann man sich wenden, wenn man sich für die Mitwirkung an dieser oder anderen Aktionen interessiert?

Andreas Lapp-Zens: Gern dürfen mich Interessierte über meine E-Mail [email protected] kontaktieren, um mehr über meine persönlichen Erfahrungen mit dem 1. Bunten Finger zu erfahren.

kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview

Berlin (kobinet) Die Reisegruppe Niemand ist heute zu ihrer 76-stündigen Bahntour durch Deutschland abgefahren. Auf dem Berliner Haupbahnhof starteten um 04:27 Uhr Aytekin Demirbas, Carola Szymanowicz, Rolf Allerdissen, Tomas Szymanowicz und Markus Ertl. Für kobinet begleitet sie Ottmar Miles-Paul.

"Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." Dieser Satz wurde am 15. November vor 25 Jahren in Artikel 3 Absatz 3 Grundgesetz aufgenommen. Die Fahrt durch alle 16 Bundesländer soll an das historische Datum erinnern und aufzeigen, was für das Benachteiligungsverbot in der Verfassung noch zu tun bleibt.

Noch nie gab es eine solche Reise von "Personen mit reduzierter Mobilität", wie die Reisenden bei der Bahn genannt werden. Heute soll es über Potsdam, Magdeburg, Leipzig, Erfurt bis nach München gehen. Miles-Paul ist gespannt, "ob die Rekordfahrt gelingt". Der Kasseler wird weiter darüber live in seinem Blog berichten.

BAYREUTH (kobinet) Breite Türen, Aufzug, Infomaterial in Brailleschrift und Leichter Sprache: Die Jugendherberge Bayreuth ist perfekt auf Gäste mit und ohne Behinderung eingestellt. Zudem sorgt ein inklusives Team aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dafür, dass der Herbergsbetrieb reibungslos läuft – und setzt gleichzeitig ein Zeichen für teilhabe im Alltag und in der Arbeitswelt.

2017 öffnete die neu erbaute Jugendherberge umgeben von viel Grün in der Wagnerstadt. Wie "Aktion Mensch" in einer aktuellen Nachricht informiert, war der Gedanke der Barrierefreiheit von Anfang an beim Bau und Ausgestaltung berücksichtigt worden, so dass sich das Haus zu einem inklusiven Ort der Begegnung entwickeln konnte.

Die barrierearmen Zimmer liegen nicht irgendwo „ab vom Schuss“, sondern in unmittelbarer Nähe zu anderen Zimmern. Auch alle Gemeinschaftsräume sind barrierefrei. So können beispielsweise auch inklusive Schulklassen das Haus optimal für ihre Freizeiten nutzen.

Auch bei den Mitarbeitern wird Inklusion ganz selbstverständlich gelebt. Rund ein Drittel der Beschäftigten lebt mit einer Behinderung. Ob im Reinigungsteam, in der Küche oder in anderen Bereichen des Hauses: Als Integrationsbetrieb setzt die Jugendherberge Bayreuth auf das professionelle Miteinander aller Beschäftigten.

Weitere Einzelheiten über die Jugendherberge Bayreuth sind HIER zu erfahren.

DRESDEN (kobinet) Seit 25 Jahren engagiert sich der Landesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen (LSKS) für einen barrierefreien öffentlichen Nahverkehr. Seit über zehn Jahren erfolgt dies im Rahmen vom Freistaat Sachsen geförderter Projekte, die umfangreiches ehrenamtliches Engagement einschließen.

Begonnen mit der Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) umfasst das Projektgebiet gegenwärtig die Landeshauptstadt Dresden sowie die Landkreise Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Bautzen, Görlitz, Leipziger Land und Nordsachsen. Es schließt einerseits die Verkehrsverbünde VVO, ZVON, MDV/ZVNL, die über die Verbünde in den ÖPNV/SPNV einbezogenen Verkehrsunternehmen und die kommunalen Verantwortungsträger, andererseits die Vereine und Vertretungen behinderter beziehungsweise mobilitätseingeschränkter Menschen, Behindertenbeauftragte und –beiräte sowie Fachberater aus unterschiedlichen Bereichen des ÖPNV/SPNV ein.

Basis der Tätigkeitsind unter anderem das Nahverkehrsgesetz, die UN-Behindertenrechtkonvention (UN-BRK), derAktionsplan der Sächsischen Staatsregierung zur Umsetzung der UN-BRK, das Sächsische Inklusions- / Teilhabegesetz, der Abschlussbericht der ÖPNV-Strategiekommission in Regie des SMWA sowie die den Verbünden zugeordneten Nahverkehrspläne.

Mit der für den 12. November angekündigten Auszeichnung als einer der ersten drei Finalisten des Bundesteilhabepreises 2019 wird nunmehr diese Tätigkeit gewürdigt. Unabhängig davon, dass das Ziel, einen durchgängig barrierefreien ÖPNV/SPNV auch im Freistaat Sachsen anbieten zu können, bei weitem noch nicht verwirklicht ist, werden mit der Auszeichnung neben den bereits erreichten Ergebnissen insbesondere die zielorientierte konstruktiv-kritische Zusammenarbeit des Projektes mit seinen Partnern, die einbezogene Themenbreite sowie das beispielhafte Engagement des Projektteams gewürdigt.

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KRAUTHEIM (kobinet) Wie der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter informiert, so hat die Deutsche Bahn Regio AG jetzt 18 Doppelstocktriebzüge zum Preis von 220 Millionen Euro bestellt, die nicht barrierefrei sind. Bei der Sitzung im Oktober haben die anwesenden Verbandsvertreter von BSK, DMSG, Lebenshilfe, SoVD und VDK vor der Umsetzung der jetzt vorgestellten Pläne gewarnt und Nachbesserungen empfohlen. Lediglich den Einbau eines Hubbodens will der Hersteller prüfen, alle weiteren Vorschläge wurden abgelehnt.

„Die DB Regio AG verstößt mit dieser Anschaffung gegen die UN-Behindertenrechtskonvention, Artikel 9, wonach alle geeigneten Maßnahmen zu treffen sind, um für Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen den Zugang zu Transportmitteln zu gewährleisten. Das muss politische Konsequenzen haben“, so BSK-Vertreterin Heike Witsch.

Jetzt ist es amtlich: 18 Doppelstocktriebzüge KISS, die von der DB Regio AG jetzt bei einem bekannten Triebwagenhersteller bestellt wurden, sind für Rollstuhlfahrer selbstständig nicht nutzbar. Beim „Runden Tisch für mobilitätseingeschränkte Reisende“ Ende Oktober in Kiel wurden die anwesenden Verbände aus der Selbsthilfe und Wohlfahrtspflege vor vollendete Tatsachen gestellt. „Wir wurden jetzt darüber informiert, dass diese Züge im Gesamtwert von 220 Millionen Euro nicht barrierefrei und somit für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nicht befahrbar sind“, so Heike Witsch, BSK-Expertin für barrierefreien ÖPNV beim Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V.

Bereits im Eingangsbereich der Züge befindet sich eine fest verbaute Rampe mit einer 15-prozentigen Steigung. Für Rollstuhlfahrer ein unüberwindbares Hindernis und gefährlich dazu. Doch nicht genug der Gefahrenquellen: In der Mitte des Eingangs schließt sich eine ebene Wendefläche mit einem Durchmesser von gerade mal 117 Zentimetern, gesetzlich vorgeschrieben sind allerdings 150 cm. Zum Rollstuhlfahrer-Stellplatz führt dann noch einmal eine Rampe mit 15 Prozent Steigung.

Handbetriebene Rollstühle (Aktivrollstühle) können nur in Kippstellung auf den Hinterrädern die Rampen nutzen. Bei der Fahrt auf allen vier Rädern und bei Elektrorollstühlen ohne verstellbare Fußstützen setzen die Fußstützen auf. „Nicht nur für Rollstuhlfahrer ist diese Konstruktion gefährlich, auch für Fahrgäste mit Rollator, blinde oder sehbehinderte Fahrgäste, Eltern mit Kinderwagen und Fahrgäste mit schwerem Gepäck kann der Einstiegsbereich zur Falle werden“, betont Witsch. Die Einstiegssituation ist bei allen Wagen gleich.

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Berlin (kobinet) Die Inklusionsbotschafterin Martina Scheel ist eine von rund 500 Menschen, die heute an den vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales organisierten Inklusionstagen im Berliner Congress Center (bcc) teilnimmt. Aus Oldenburg in Holstein angereist, wirkt Martina Scheel heute Nachmittag als Referentin im Forum 4 zum Thema Ehrenamt mit und berichtet über ihre vielfältigen Aktivititäten in Schleswig-Holstein. Um das Thema Inklusion auch bildhaft greifbar zu machen, hat sich die Inklusionsbotschafterin vor ihrer Abreise nach Berlin ihre Fingernägel bunt und inklusiv mit Symbolen zum Thema Behinderung gestalten lassen. Das dürfte sicherlich ein Hingucker bei den diesjährigen Inklusionstagen sein.

"Im Zentrum der diesjährigen Inklusionstage stehen die Themen 'Kultur, Freizeit, Sport und Tourismus' – also alles, was das Leben schöner und bunter macht, aber mangels Barrierefreiheit noch immer nicht allen gleichermaßen möglich ist. Wie wir das ändern können, darum soll es dieses Jahr gehen. Neben Impulsvorträgen und Gesprächsrunden im Plenum werden die Teilnehmenden in verschiedenen Workshops und Foren über Kultur-, Freizeit-, Sport- und Tourismus-Möglichkeiten und -Grenzen, Probleme aber auch Gute Beispiele und Fortschritte im Kontext von Barrierefreiheit und gesellschaftlicher Teilhabechancen diskutieren", heißt es in der Ankündigung.

Berlin (kobinet) Zum Ende des Jahres endet das von der Aktion Mensch Stiftung geförderte Modellprojekt zu Inklusionsbotschafter*innen, das die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) schon seit fast fünf Jahren durchführt. Heute und morgen mischen sich ca. 25 der insgesamt 100 Inklusionsbotschafter*innen bei den im Berlin Congress Center (bcc) stattfindenden Inklusionstagen unters Volk. Gestern Abend war das bcc bereits entsprechend beleuchtet und wies mit der Aufschrift Inklusionstage auf die heute beginnende Veranstaltung hin.

"Wir sind schon in Berlin und warten auf Euch 😍 Inklusionstage 2019 mit den InklusionsbotschafterInnen der ISL, Sail United und vielen vielen anderen lieben Menschen", war auf Facebook zu lesen.

Am Nachmittag werden Martina Scheel, Lul Autenrieb und die Projektleiterin Susanne Göbel im Forum 4 der Inklusionstage zum Ehrenamt einige Aktivitäten der Inklusionsbotschafter*innen vorstellen.

Berlin (kobinet) Heinrich Buschmann von Mobil mit Behinderung hat sich angesichts der Bahntour der Reisegruppe NIEMAND vom 12. bis 15. November mit einem Appell an die Öffentlichkeit und die Mitglieder seines Vereins gewandt, diese Aktion zu unterstützen. Der Aktivist, der heute am 11. November auch bei der Auftaktkundgebung um 16:00 Uhr am Washington Platz vor dem Berliner Hauptbahnhof dabei sein wird und auch die finanzielle Unterstützung der Aktion gefördert hat, sieht großen Bedarf, die Einhaltung des Benachteiligungsverbots konsequent einzufordern und hätte am liebsten einen ganzen Zug für die Aktion gemietet.

"Als ich von dieser Aktion erfuhr, war mein erster Gedanke, warum mieten wir nicht einen kompletten Zug und sammeln auf dem Weg Betroffene ein, um in Berlin ein Zeichen zu setzen. Fußball-Fans können das, W I R nicht! Es gibt nicht genug barrierefreie Züge. Da fängt es doch schon an! Anstatt aus der Vergangenheit zu lernen, die Welt selbstverständlich barrierefrei zu gestalten, bedarf es Aktionen wie dieser, um auf die Missstände hinzuweisen. Missstände, die es gemäß dem Fundament unserer Gesellschaft, dem Grundgesetz, Artikel 3, Absatz 3 überhaupt nicht mehr geben dürfte. Seit 25 Jahren ist dieser Artikel 3 in unserem Grundgesetz verpflichtendes Gesetz für Alle. Unsere Behörden brechen es jeden Tag hundertfach, ohne dafür belangt zu werden. Nun kommt diese Aktion direkt vor eure Haustür. Genauer zu eurem Bahnhof. Setzt mit den Aktivisten ein Zeichen. Motiviert sie durch euren Beifall, durch euer Dabeisein. Vielleicht habt ihr Lust auf Plakate oder Transparente? Zeigt damit euren Willen und bekundet euren Unmut darüber, wie willkürlich hier unser Grundgesetz missbraucht wird.

Gemeinsam mit Detlef Wapenhans (2. Vorsitzender von Mobil mit Behinderung) werde ich am 11. November um 16.00 Uhr in Berlin vor dem Hauptbahnhof am Washington Platz bei der Auftaktveranstaltung dabei sein. Dem Fahrplan der Reisegruppe könnt ihr entnehmen, wann und wo die Reiseguppe NIEMAND bei Euch vorbei kommt. Ich fände es fantastisch, wenn wir den Akteuren hunderte Berichte übergeben könnten. Sicherlich wurde jeder von uns schon mal diskriminiert oder benachteiligt! Auf, los gehts!!

Link zu weiteren Informationen zur Bahntour und zum Fahrplan der Reisegruppe

München (kobinet) Die Inklusionsbotschafterin Beri Becker weist auf die Sendung von Eckart von Hirschhausen hin, die heute Abend am 11. November um 20:15 Uhr im Fernsehprogramm der ARD ausgestrahlt wird. Unter dem Motto "Hirschhausen macht Schule - warum Bildung gesund ist", führt der Arzt und Moderator mit hundert Menschen ein Experiment durch.

"Eine Studie des Robert Koch-Instituts hat bewiesen: Bildung und Gesundheit hängen zusammen. Der Sozialstatus von Menschen beeinflusst ihre Gesundheit wie kaum ein anderer Faktor und führt dazu, dass Bildungsbenachteiligte bis zu zehn Jahre früher sterben als die Bildungselite. Dr. Eckart von Hirschhausen fragt sich: Warum ist dieser Zusammenhang kaum bekannt? Wie genau bestimmen Schulabschlüsse das ganze Leben? Und sind gute Lehrer wirksamer als Ärzte? 'Kein Medikament ist so wirksam wie ein gesunder Lebensstil. Das ist leicht gesagt. Aber gesundes Essen, genug Schlaf, eine ruhige Wohnung, Urlaube, oder eine Sport-Ausrüstung – all das muss man sich erst einmal leisten können", heißt es in der Ankündigung für die Sendung.

Link zur Ankündigung der Sendung

Berlin (kobinet) Für den Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, ist für ein echtes alltägliches Miteinander mehr Barrierefreiheit unabdingbar. Das schreibt der Minister in der Einladung zu den Inklusionstagen, die heute und morgen im Berlin Congress Center (bcc) stattfinden und zum Teil auch im Live-Stream übertragen werden. Seit 2013 führt das Ministerium die Inklusionstage durch, um den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren auf dem Weg zur Inklusion zu fördern. Dieses Jahr stehen die Themen Kultur, Freizeit, Sport und Tourismus im Mittelpunkt der Diskussionen und Foren. Zum Abschluss der diesjährigen Inklusionstage wird Hubertus Heil neben einer Abschlussrede auch den Bundesteilhabepreis verleihen, der neu eingeführt wird.

"Für ein echtes alltägliches Miteinander ist mehr Barrierefreiheit unabdingbar – im Alltag und in den Köpfen. Auch deshalb habe ich zum Beispiel die 'InitiativeSozialraumInklusiv – ISI' gestartet. Zudem werden wir im Rahmen der diesjährigen Inklusionstage erstmalig den Bundesteilhabepreis für vorbildliche Beispiele eines inklusiven Sozialraums verleihen. Im Zentrum der diesjährigen Inklusionstage stehen die Themen 'Kultur, Freizeit, Sport und Tourismus' – also alles, was das Leben schöner und bunter macht, aber mangels Barrierefreiheit noch immer nicht allen gleichermaßen möglich ist. Wie wir das ändern können, darum soll es dieses Jahr gehen. Wie stets bieten wir auf den Inklusionstagen vielfältige Möglichkeiten für gemeinsames Diskutieren, Voneinanderlernen, Sichvernetzen. Rund 500 Gäste werden sich im großen Plenum sowie in kleineren Foren zu Herausforderungen und Guten Beispielen austauschen. Ziel ist es, gemeinsam Ideen und Wege hin zu einer inklusiven Gesellschaft zu finden", schrieb Hubertus Heil in der Einladung zu den diesjährigen Inklusionstagen.

Teile der Inklusionstage werden per Live-Streaming übertragen auf: www.gemeinsam-einfach-machen.de. Zudem kann man den Inklusionstagen auch auf #inklusionstage in den sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, Instagram) folgen und input geben.

BERLIN (kobinet) Der Bundestag hat das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) verabschiedet. Durch das neue Gesetz können große Menge von gesetzlich versicherten Patientendaten gesammelt und zusammengeführt werden. Der Paritätische Gesamtverband warnt vor den Möglichkeiten des massiven Datenmissbrauchs und schließt sich damit der Kritik des Datenschutzbeauftragen, des Bundesrats und den Grünen an.

„Daten sind in unserer digitalisierten Welt das neue Öl geworden. Große Datenbanken mit hochsensiblen persönlichen Gesundheitsdaten sind eine Einladung an Hacker und Datendiebe“, stellt Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes fest. Rosenbrock erinnert daran, dass bereits jetzt zahlreiche Patientendaten gespeichert werden, diese jedoch zukünftig in aktuellerer Form bereit stehen sollen. Es sei gut, dass es auf den letzten Metern noch zu einer wesentlichen Änderung gekommen ist. Nun werden in dem zukünftigen Datenpool nicht die Namen der gesetzlich Versicherten enthalten sein.

Der Vorsitzende begrüßt ausdrücklich, dass der Datenpool die Forschung stärkt, betonte dennoch: „Nichtsdestotrotz geht es um sehr sensible Informationen. Deswegen müssen Patienten einer Nutzung ihrer Daten für Forschungszwecke auch widersprechen können.“

Der Gesetzgeber habe deshalb die informationelle Selbstbestimmung mit Blick auf Gesundheitsdaten zu wahren, so Rosenbrock weiter. Eine solche Widerspruchmöglichkeit sieht der Gesetzentwurf aber nicht vor.

Viele Details zur genauen Ausgestaltung des Datenpools sind noch durch das Bundesministerium für Gesundheit im Rahmen einer Verordnung zu regeln sein. Auch hier übt der Vorsitzende des Paritätischen Gesamtverbandes Kritik: „Hier geht es um Fragen, die nicht am Parlament vorbei entschieden werden sollten. Wir brauchen bei der digitalen Ausgestaltung des Gesundheitswesens einen intensive Einbeziehung des Parlaments und einen starken gesellschaftlichen Diskurs.“

Mit Blick auf das bald anstehende DVG II hofft der Vorsitzende des Wohlfahrtsverbandes, dass die Debatte um Datenschutz bei Gesundheitsdaten weitergeführt wird und darüber diskutiert wird, wo es Rote Linien zu ziehen gilt.

NÜRNBERG (kobinet) Texte in leicht verständlicher Sprache schreiben? Informationen barrierefrei gestalten? Das Kompetenz-Zentrum für Barrierefreiheit der Rummelsberger Diakonie zeigt, wie Informationen zielgruppengerecht entworfen und barrierefrei geschrieben und präsentiert werden. Veranstalter ist capito Nordbayern. Noch bis Mitte Dezember wäre eine entsprechende Anmeldung möglich.

Ziel des Kurses ist es, die Grundlagen der leicht verständlichen Sprache und der barrierefreien Kommunikation nach dem TÜV-zertifizierten Qualitätsstandard zu erlernen. So erleichtert neben einer einfachen Sprache auch die übersichtliche Gestaltung der Texte das Lesen. Das gilt für Texte, die gedruckt werden, aber auch für Texte, die im Internet erscheinen. Außerdem erhalten die Teilnehmenden einen Einblick in die Arbeit mit einer Prüfgruppe. Abhängig von der gewünschten Zielgruppe überprüfen dann zum Beispiel Menschen mit Lernschwierigkeiten oder Menschen mit Deutsch als Fremdsprache, ob die Texte tatsächlich gut verständlich sind.

Der Lehrgang geht vom 4. Februar bis zum 2. Juli 2020. Er beinhaltet drei Module und intensive Online-Learning-Phasen. Die sieben Präsenstage finden in Nürnberg statt. In den Online-Phasen wird der Stoff vertieft. „Unsere Teilnehmenden erledigen in dieser Zeit ihre Hausaufgaben und ihre Abschlussarbeit. Sie müssen unter anderem eine Präsentation in leicht verständlicher Sprache erstellen“, erklärt Sabrina Weyh, Projektleiterin von capito Nordbayern gegenüber der Presse.

Weitere Informationen und Auskünfte zur Anmeldung zum Lehrgang sind HIER nachzulesen.

Berlin (kobinet) Der Präsident des Sozialverband Deutschland (SoVD), Adolf Bauer, wurde gestern von den Delegierten der 21. ordentlichen Bundesverbandstagung des Sozialverbands mit deutlicher Mehrheit im Amt bestätigt. Bauer führt den Verband seit 2003.

Neu gewählt wurden als Vizepräsidentinnen Hannelore Buls (SoVD-Landesverband Niedersachsen) und Prof. Dr. Ursula Engelen-Kefer (SoVD-Landesverband Berlin-Brandenburg) sowie Jutta König (SoVD-Landesverband Nordrhein-Westfalen) als Bundesfrauensprecherin. Bruno Hartwig (SoVD-Landesverband Niedersachsen) wurde als Bundesschatzmeister bestätigt. Die Delegierten der Bundesverbandstagung wählten im Rahmen der Vorstandswahlen zudem insgesamt 23 Beisitzerinnen und Beisitzer.

In seiner Grundsatzrede forderte Adolf Bauer von der Bundesregierung Antworten auf die sozialpolitischen Herausforderungen der Zukunft. "Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer“, warnte Bauer. Dies führe dazu, dass der soziale Zusammenhalt in unserer Gesellschaft gefährdet sei. "Insbesondere fordern wir die Bundesregierung dazu auf, sich auf eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung zu einigen“, sagte der wiedergewählte Verbandspräsident vor rund 200 Delegierten.

FRECHEN (kobinet) Auf Einladung des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) kamen am vergangenen Freitag rund 80 Projektvertreterinnen und Projektvertreter sowie Expertinnen und Experten ebenso wie Interessierte aus dem Themenfeld „Inklusion im und durch Sport“ zusammen, um den Abschluss des dreijährigen Modellprojektes „MIA – Mehr Inklusion für Alle“ zu feiern. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die zehn Modellregionen, die seit dem 1. Januar 2018 den „Index für Inklusion im und durch Sport“ praktisch erprobt haben - mit dem Ziel in ihren jeweiligen Regionen inklusive Sportstrukturen aufzubauen.

Eröffnet wurde der Veranstaltungstag durch die Vizepräsidentin des Deutschen Behindertensportverbandes für Breiten-, Präventions- und Rehabilitationssport, Katrin Kunert und dem Leiter der Geschäftsstelle der Aktion Mensch Stiftung, Friedhelm Peiffer. „Ich freue mich ganz besonders, dass wir heute aus unseren Modellregionen vorbildliche Beispiele für die Umsetzung von Inklusion im und durch Sport erleben werden“, begrüßte Kunert bei der Eröffnung die Anwesenden und bestärkte die Modellregionen weiterhin am Ball zu bleiben und den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzuverfolgen.

Während die Modellregionen Gelegenheit hatten, den anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren Weg durch den Index-Prozess anhand von Plakaten im Rahmen eines Gallery-Walks vorzustellen, präsentierte Projektkoordinator Manuel Beck die zentralen Projektergebnisse und Erkenntnisse. Dabei stellte Beck heraus, dass es bei der Entwicklung inklusiver Sportlandschaften insbesondere darauf ankomme, vor Ort starke Netzwerke mit engagierten und kompetenten Kümmerern aufzubauen, Trainerinnen und Trainer sowie Übungsleiterinnen und Übungsleiter zu qualifizieren und Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderung bei gemeinsamen Sportangeboten und Veranstaltungen zu schaffen, um ein gemeinsames Bewusstsein für Inklusion im und durch Sport zu entwickeln. Grundvoraussetzung dafür sei die Bereitstellung ausreichender finanzieller und personeller Ressourcen zur Schaffung notwendiger Rahmenbedingungen seitens der Politik (zum Beispiel Barrierefreiheit, Assistenzen im Sport) sowie eine enge Beratung und Begleitung durch erfahrene Experten. Zu einem ähnlichen Resultat kamen auch Dr. Andre Körner und Dr. Stefan Uhlig vom Institut für angewandte Wissenschaften aus Chemnitz, die das Projekt MIA wissenschaftlich begleiteten.

Im Rahmen eines abwechslungsreichen Programms konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zudem eine inklusive Übungsstunde einer Tanzgruppe aus der Modellregion Lüchow von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung und den Auftritt des Comedian Tan Caglar, der in seinem Auszug aus dem Programm „Rollt bei mir…!“ einen persönlichen und humorvollen Einblick in seinen Alltag als Rollstuhlfahrer gab und aus seiner sportlichen Karriere als Rollstuhlbasketballer berichtete.

Falkensee (kobinet) Thomas Szymanowicz aus Falkensee setzt sich für eine Leichte Sprache ein und ist einer derjenigen, die am 12. November mit der "Reisegruppe Niemand" eine 3tägige Tour mit dem Regionalzügen durch alle 16 Landeshauptstädte unternimmt. 25 Jahre nach Inkrafttreten des Benachteiligungsverbotes für behinderte Menschen im Grundgesetz will der Prüfer für Leichte Sprache mit seinen Mitstreiter*innen vom Verein UNgehindert ein Zeichen für die konsequente Umsetzung des Benachteiligungsverbots für behinderte Menschen im Grundgesetz setzen, das seit 15. November 1994 gitt. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul, der die Tour begleitet, sprach mit Thomas Szymanowicz u.a. darüber, warum sie bei der Tour mitmacht und welche Ziele er dabei verfolgt.

kobinet-nachrichten: Wofür setzen Sie sich ein?

Thomas Szymanowicz: Ich mache mich stark für die Leichte Sprache. Dass Menschen mit Behinderung bei der Bahn-Tour es gut verstehen. Oder bei Veranstaltungen. Und bei der Arbeit.

kobinet-nachrichten: Und warum machen Sie bei der Bahn-Tour der Reise-Gruppe Niemand mit?

Thomas Szymanowicz: Ich finde es gut, mit dem Zug mitzufahren. Dass es auch in Zügen barrierefrei wird.

kobinet-nachrichten: In dieser Frage geht es um das Grund-Gesetz. Das Grund-Gesetz ist das wichtigste Gesetz in Deutschland. Es sagt: Alle Menschen haben die gleichen Rechte. Niemand darf Nachteile haben.
 Niemand darf ausgeschlossen werden. Alle dürfen mitreden und mitbestimmen. Vor 25 Jahren gab es eine Grundgesetz-Ergänzung. Das heißt: Es wurde noch ein Satz dazu-geschrieben. Der Satz heißt: "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." Was fällt Ihnen dazu ein?

Thomas Szymanowicz: Ich habe kein gutes Gefühl. Weil Menschen mit Behinderung werden immer noch ausgeschlossen. Sie haben immer noch Nachteile. Auch wenn der Satz im Grundgesetz steht.

kobinet-nachrichten: Die Bahn-Tour der Reise-Gruppe Niemand ist sehr lang. Sie dauert mehr als 76 Stunden. Es gibt 348 Zwischen-Halte. Die Reise-Gruppe muss 29 mal umsteigen. Wovor fürchten Sie sich auf der Reise? Und worauf freuen Sie sich?

Thomas Szymanowicz: Nö. Es gibt nichts, vor dem ich Angst habe. Ich freue mich darauf, mal rauszukommen. Und dass es vielleicht ein bisschen anstrengend wird.

BREMEN (kobinet) „Licht aus, Spot an“ heißt es beim Martinsclub: Der Behindertenhilfeträger dreht einen inklusiven Film. Hierfür werden noch Darsteller jeden Alters gesucht. Mitmachen können alle Interessierten, unabhängig von einer körperlichen und/oder geistigen Beeinträchtigung. Der Clou dabei: „Worum es in dem Film inhaltlich geht steht noch gar nicht fest. Das werden alle Mitwirkenden gemeinsam selber entscheiden“, erklärt Projektkoordinatorin Hedwig Thelen.

Nach Abschluss des Projektes wird der Film zudem auf verschiedenen Bremer Kinoleinwänden zu sehen sein.

Zu Informationszwecken zeigt der Martinsclub Ende November den inklusiven Spielfilm „Mae goes away“. Dabei haben sowohl vor als auch hinter der Kamera Menschen mit einer Beeinträchtigung mitgewirkt. Im Anschluss an die Vorführung stehen der Regisseur Jürgen J. Köster sowie weitere Crewmitglieder für eine Diskussionsrunde zur Verfügung. Die Veranstaltung findet in der Geschäftsstelle des Martinsclub statt.

Weitere Informationen zum Martinsclub Bremen und seinen Angeboten sind HIER nachzulesen oder zu erfragen.

BERLIN (kobinet) Der Sozialverband SoVD warnt vor steigender Ausgrenzung und sozialer Kälte in Deutschland. „Trotz der jahrelangen positiven wirtschaftlichen Entwicklung stehen immer mehr Bürgerinnen und Bürger am Rand der Gesellschaft. Sie spüren soziale Kälte“, warnt SoVD-Präsident Adolf Bauer. Und weiter: „Ungebrochen wächst die Einkommenskluft in unserer Gesellschaft. Viele Betroffene sind nicht in der Lage, Miete zu zahlen oder angemessen zu heizen.“

Es sei ein verschobenes Kräfteverhältnis zulasten sozial Benachteiligter festzustellen. „Mit viel Engagement und mit vielen Aktionen werden wir mit einer bundesweiten Kampagne als starke Gemeinschaft gegen soziale Kälte mobilisieren“, sagt Adolf Bauer.

Vom 8. bis 10. November findet in Berlin die 21. ordentliche Bundesverbandstagung des SoVD unter der Leitidee „Mit dir. Für alle. Gegen soziale Kälte“ statt. Auf der Auftaktveranstaltung wird Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sprechen.

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Berlin (kobinet) Der Sozialverband VdK begrüßt das vom Bundestag verabschiedete Gesetz, das das Soziale Entschädigungsrecht neu regelt. Künftig erhalten Opfer von Gewalttaten, Missbrauch oder Kriegshandlungen Kompensationen, die bisher geltenden Einzelgesetze zur Opferentschädigung werden im neuen Sozialgesetzbuch XIV gebündelt.

Der Sozialverband VdK Deutschland vertritt die Interessen vieler Opfer und hat sich nach eigenen Angaben intensiv in der Gesetzgebung eingebracht. Der mit zwei Millionen Mitgliedern größte Sozialverband in Deutschland lobt das Gesetz. "Sehr positiv finden wir, dass Opfer von Gewalt künftig höher entschädigt werden und auch mehr Hilfen zu einem Weg zurück ins Leben und zur Teilhabe bekommen werden“, so VdK-Präsidentin Verena Bentele. Das vom Bundestag beschlossene Gesetz zur Reform des Sozialen Entschädigungsrechts sei längst überfällig gewesen, um Gewaltopfern schneller und unbürokratischer als bisher helfen zu können. Die Idee war auch, die Regeln zur Opferentschädigung an einer Stelle zu bündeln, sie übersichtlicher und insgesamt moderner zu machen. So wird künftig etwa auch psychische Gewalt als solche anerkannt, Opfer können entschädigt werden.

"Der Sozialverband VdK hat die Reform des Sozialen Entschädigungsrechts lange gefordert und begrüßt das Gesetz. Positiv finden wir zum Beispiel, dass das Gesetz großzügigere Versorgungsleistungen als bisher vorsieht“, sagt Verena Bentele. "Neben der Entschädigung steht nach dem neuen Gesetz auch der Weg zurück ins Leben und zur Teilhabe im Vordergrund.“ Wichtig für Gewaltopfer ist nach Ansicht des VdK auch, dass die Entschädigungsleistungen nicht auf andere Sozialleistungen angerechnet werden. "Mit unserem Engagement haben wir unter anderem erreicht, dass Menschen, die ihre Partner gewaltsam verlieren, bis an ihr Lebensende eine Witwen- oder Witwerrente erhalten“, macht Bentele deutlich und verweist darauf, dass es ursprünglich eine Begrenzung solcher Rentenzahlungen auf fünf Jahre geben sollte. "Das wäre gerade für ältere Witwen und Witwer eine unzumutbare Härte gewesen.“. Nun erhalten auch Witwen, deren Partner nicht direkt an der Gewalttat gestorben sind, diese Leistungen. Davon profitieren vor allem Frauen, die ihre Angehörigen viele Jahre pflegen.

"Erfreulich ist, dass das für das Entschädigungsrecht verantwortliche Ministerium für Arbeit und Soziales unsere Vorschläge zum Berufsschadensausgleich umgesetzt hat“, sagt Verena Bentele. Der Berufsschadensausgleich ist eine Einkommensersatzleistung. "Hier haben wir durchgesetzt, dass sich die Höhe weiterhin nach dem in Zukunft zu erwartenden Einkommen des Opfers richtet, was die Summe vor allem für junge Menschen höher ausfallen lässt als nach der ursprünglich geplanten Regelung.“ Diese sah eine Berechnung der Entschädigungshöhe nach dem im Jahr vor der Gewalttat erzielten Einkommen vor.

Falkensee (kobinet) Carola Szymanowicz aus Falkensee ist von Geburt an gehörlos und eine derjenigen, die am 12. November mit der "Reisegruppe Niemand" eine 3tägige Tour mit dem Regionalverkehr durch alle 16 Landeshauptstädte unternimmt. 25 Jahre nach Inkrafttreten des Benachteiligungsverbotes für behinderte Menschen im Grundgesetz will die Aktivistin für die Rechte behinderter Menschen mit ihren Mitstreiter*innen vom Verein UNgehindert ein Zeichen für die konsequente Umsetzung des Benachteiligungsverbots für behinderte Menschen im Grundgesetz setzen, das am 15. November 1994 in Kraft trat. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul, der die Tour begleitet, sprach mit Carola Szymanowicz u.a. darüber, warum sie bei der Tour mitmacht und welche Ziele sie dabei verfolgt.

binet-nachrichten: Wofür setzen Sie sich ein und warum machen Sie bei der Bahntour der Reisegruppe Niemand mit?

Carola Szymanowicz: Ich bin von Geburt an gehörlos und habe sehr früh erfahren müssen, was es bedeutet, nicht Teil der Gesellschaft auf Grund meiner Gehörlosigkeit zu sein. Mit sieben Jahren musste ich mein Elternhaus verlassen, um eine Schule internatsmäßig in Berlin und Potsdam zu besuchen. Es gab für mich nie die Möglichkeit, wieder in meine Heimat zurückzukehren, außer Besuche im Elternhaus. Was ich erst bei Pflegeeltern erleben musste, weil das Internat noch nicht bezugsfähig war, hinterließ mit erlebter Gewalt Spuren in meinem Leben. Dies änderte auch nichts nach dem Umzug in das Internat. Die Separierung war immer spürbar. Man gehörte nicht zu den Menschen, die am Internat vorbeigelaufen sind, obwohl es mein größter Wunsch war, immer dazu zu gehören.

kobinet-nachrichten: Wenn Sie auf 25 Jahre Grundgesetzergänzung durch den Satz "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden" blicken, was fällt Ihnen dazu ein?

Carola Szymanowicz: 1994 haben Menschen mit Behinderungen dafür gekämpft, dass im Artikel 3 des Grundgesetzes der Satz "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden" aufgenommen wird. Das bedeutet heute, wie auch vor 25 Jahren, das Gleichheitsgebot für Menschen mit Behinderungen. Ich setze mich politisch für dieses Gleichheitsgebot, die inklusive Partizipation, Chancengleichheit und Barrierefreiheit in der Gestaltung aller Sozialräume, die das Leben in den Städten, Kommunen und Gemeinden für Menschen mit - und ohne Behinderung - bestimmen, ein. Das Hauptziel ist für mich dabei die Einführung und Verpflichtung unserer Gesellschaft zur Deutschen Gebärdensprache, wie auch zur Umsetzung der "Leichten Sprache“ für Menschen mit Lernschwierigkeiten. Beides sind Grundrechte und gehören zur Verpflichtung der angemessenen Vorkehrungen für alle gesellschaftlichen Ebenen.

Dieser kleine Satz mit der Benachteiligung im Grundgesetz hat für Menschen mit Behinderungen in Deutschland schon einiges bewegt. So sind in relevanten Regelungen und Gesetzen ausdrücklich die Belange von Menschen mit Behinderungen zu berücksichtigen. Das gilt sowohl für das Gesetz zur Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen im Sozialgesetzbuch IX, das Behindertengleichstellungsgesetz, aber auch für die Antidiskriminierungsgesetze. Da aber alle Gesetze noch viele Lücken aufweisen, weil zum Beispiel Menschenrechte wie die Inhalte der UN-Behindertenrechtskonvention nicht berücksichtigt werden und ganze gesellschaftliche Gruppen, wie der private Bereich und die Wirtschaft in den Gesetzen nicht berücksichtigt wurden, ist es für mich Pflicht, auf diese Missstände in der Öffentlichkeit aufmerksam zu machen. Dazu kommt für mich persönlich die Ausgrenzung als gehörlose Bürgerin bei der Teilhabe zur politischen Partizipation, wie das passive Wahlrecht. Ich kann mich als Kandidatin aufstellen lassen, wenn es dann gelingt, bekomme aber keine Kommunikationsunterstützung. Ohne Kommunikation mit den Menschen, kann ich meine politischen Ideen nicht vermitteln.

kobinet-nachrichten: Was fürchten Sie an der Mammuttour über 76 Stunden mit den 358 Stationshalten mit 29 Umstiegen mit Regionalzügen am meisten bzw., worauf freuen Sie sich?

Carola Szymanowicz: Mir ist es klar, dies wird eine anstrengende Sache für alle werden, aber auch eine, die sich lohnt, etwas Öffentlichkeitswirksames zur Bewusstseinsbildung in unserer Gesellschaft beizutragen. Wichtig ist für mich, dass die Deutsche Bahn Verlässlichkeit zeigt in punkto Pünktlichkeit, so dass unser Vorhaben nicht gefährdet wird. Wir wollen an den Haltepunkten pünktlich sein, damit auch diejenigen, die unserem Aufruf folgen, uns Schriften an den Bundespräsidenten mitzugeben oder auch ihre Erfahrungen zur Einhaltung der eigenen Grundrechte nach Artikel 3 aushändigen, nicht zu lange im Regen stehen müssen. Es ist für mich ein Erlebnis, hier mitmachen zu dürfen, denn diese Gruppe sind Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen, die sich aber bestens verstehen und vertrauen. Alle Beteiligten stehen zu Menschenrechten, zur Partizipation von allen Menschen und für inklusive Vielfalt. Jede*r ist sich bewusst, dass diese Tour nicht nur ein Zeichen für Menschen mit Behinderungen ist, sondern ein Zeichen für Menschen mit und ohne Behinderungen.

In einem Video erklärt Carola Szymanowicz auf Facebook mit Gebärdensprache, worum es bei der Bahntour der Reisegruppe Niemand geht. Link zum Video:

https://www.facebook.com/ReisegruppeNiemand/videos/1816778618465756/

Link zum Liveblog zur Reise der Reisegruppe Niemand zum 25jährigen Inkrafttreten des Benachteiligungsverbotes für behinderte Menschen im Grundgesetz

Link zum Fahrplan für die Tour vom 12. - 15. November 2019


BERLIN (kobinet) Nach Meldungen des Informationsblattes "heute im Bundestag" fordert die Grünen-Fraktion eine umfassende Reform der Pflegeversicherung mit einer Begrenzung der Kosten. In einem Antrag schlagen die Abgeordneten dazu eine "doppelte Pflegegarantie" vor.

Demnach soll der Pflege-Eigenanteil, den Pflegebedürftige monatlich tragen, festgeschrieben werden. Für die stationäre Pflege soll der Eigenanteil unterhalb der derzeit durchschnittlich 690 Euro gedeckelt werden. Die Pflegeversicherung soll zum Zweiten alle darüber hinaus gehenden Kosten für eine bedarfsgerechte Versorgung tragen. Eine Eigenverantwortung bestehe weiter bei den Kosten für Unterkunft und Verpflegung.

Flankierend dazu sollen die Kosten für die medizinische Behandlungspflege von der Krankenversicherung übernommen werden. Neu eingeführt werden soll zudem ein Steuerzuschuss des Bundes für die Pflegeversicherung, um versicherungsfremde Leistungen zur sozialen Sicherung der pflegenden Angehörigen auszugleichen.

Die Grünen-Abgeordneten fordern in ihrem Antrag weiter die Einführung einer solidarischen Pflege-Bürgerversicherung, bei der alle Bürger einkommensabhängig zum Solidarausgleich beitragen und alle Einkommensarten bei der Berechnung der Beiträge berücksichtigt werden.

MARBURG (kobinet) Anfang Februar 2020 startet der neue Weiterbildungsdurchgang an der staatlich anerkannten Fachschule für Fachkräfte der Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation der blista.Das Weiterbildungsangebot ist jetzt einjährig und bietet die Möglichkeit, zwischen den Aufgabenfeldern „Orientierung & Mobilität“ (O&M) oder „Lebenspraktische Fähigkeiten“ (LPF) zu wählen. Wer das Lehrpraktikum am Heimatort absolvierent, kann zudem die Präsenzzeit in Marburg um vier Monate verkürzen.

Eine individuelle Förderung durch das Aufstiegs-BAFöG ist möglich. Noch sind zwei Plätze frei.

Reha-Fachkräfte arbeiten freiberuflich oder sie sind in Bildungseinrichtungen für Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung oder bei Selbsthilfeverbänden angestellt. Die Absolventen erwarten beste Berufsaussichten. Die Nachfrage ist groß und die sehr befriedigende und verantwortungsvolle Tätigkeit macht Freude.

Durch kurzfristige Absagen sind aktuell noch zwei Plätze unbesetzt. Interessierte Einrichtungen und Verbände sollten sich zeitnah melden, um ihren Bedarf zu decken und sich einen Platz zu sichern.

Ansprechpartner für alle weiteren Fragen ist der Abteilungsleiter Weiterbildungen Frank Stollenwerk.

NÜRNBERG (kobinet) Insgesamt haben 6.600 Menschen die ConSozial in der NürnbergMesse besucht, rund 250 Aussteller haben innovative Projekte und Produkte vorgestellt. Alle Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit von Jugendhilfe über Pflege und Altenhilfe, Wohnraum, Organisationsentwicklung und Themen der Kindertagesbetreuung waren vertreten. Auch Handwerksunternehmen, die barrierefreie Lösungen anbieten und mobile Kochsysteme fanden Beachtung und wurden heuer erstmals in den thematisch angelegten Messerundgängen aufgegriffen. Zum fünften Mal bot das Management-Symposium den Topleuten der Sozialwirtschaft wichtige Anregungen für die tägliche Arbeit.

Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer zeigt sich in einer Presseinformation zufrieden mit der 21. ConSozial. „Wir freuen uns als Veranstalter, dass die Messe so gut angenommen wird. Bei der Pflege, der Kinderbetreuung oder der Arbeit mit Menschen mit Behinderung oder älteren Menschen: Wichtig ist mir, dass wir immer den Einzelnen mit seinen Bedarfen in den Mittelpunkt stellen. Deswegen ist es gut, dass sich auf der ConSozial die kreativsten und innovativsten Köpfe der Sozialbranche treffen und gemeinsam neue Wege entwickeln.“, stellt Schreyer im Rückblüch auf die Veranstaltung fest.

Ein Höhepunkt war die Verleihung des von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young gestifteten Managementpreises an die Wasserwacht Bayern. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter haben dort passgenaue IT-Lösungen erarbeitet und eingeführt. Damit verbringen sie weniger Zeit mit Datenverarbeitung und können sich ganz ihrem ehrenamtlichen Engagement widmen.

Weitere Details zur ConSozial 2019 können HIER nachgelesen werden.

BERLIN (kobinet) Im Bundestag wurde das Gesetz für bessere und unabhängige Prüfungen (MDK-Reformgesetz) verabschiedet. Der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) kritisiert, dass der Gesetzgeber einseitig auf den Wechsel der Rechtsform setzt, anstatt den Medizinischen Dienst als freien zugelassenen Prüfdienst am Markt zu platzieren.

In der Stellungnahme von Thomas Knieling, dem Bundesgeschäftsführer der VDAB heißt es dazu:„Die Reform des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung war lange überfällig. Der VDAB kritisiert seit vielen Jahren die fehlende Unabhängigkeit der Medizinischen Dienste. Aber die Politik hat keinen Mut für eine echte Unabhängigkeit, weil das Gesetz leider nicht zur vollständigen Eigenständigkeit führt. Der Gesetzgeber setzt einseitig auf den Wechsel der Rechtform, indem die Dienste zu Körperschaften des öffentlichen Rechts werden. In der Praxis bleibt es jedoch bei einer Scheinselbstständigkeit, denn die Kassen sind weiterhin einziger Auftraggeber und damit der einzige Finanzier der Prüfdienste. Eine echte Unabhängigkeit wäre gegeben, wenn sich der Medizinische Dienst als freier zugelassener Prüfdienst am Markt zusammen mit anderen Institutionen behaupten müsste und die Einrichtungen aus verschiedenen zugelassenen Prüfdiensten auswählen könnten – wie im Bereich von Rehabilitationseinrichtungen längst Praxis. Das wäre eine Chance gewesen, für wirklich bessere und unabhängigere Prüfungen zu sorgen, sodass das Gesetz seinem Namen gerecht würde.“

Berlin (kobinet) Mit Gästen aus aller Welt feiern die Berliner morgen den Tag vor 30 Jahren, der als Mauerfall in die Geschichte einging. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 hatte ein Massenansturm auf die Grenzübergänge an der Bornholmer Straße, der Sonnenallee, der Invalidenstraße, am Checkpoint Charlie und am Brandenburger Tor die Mauer geöffnet.

In der Berliner Festwoche vom 4. bis 10. November sind nun bei über zweihundert Veranstaltungen an sieben Originalschauplätzen der friedlichen Revolution alle eingeladen, sich zu informieren, sich zu erinnern, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen und zu feiern.

30.000 Botschaften schweben über der Straße des 17. Juni vor dem Brandenburger Tor, wo am Abend eine große Bühnen-Show stattfindet. Die Kunstinstallation "Visions in Motion" soll an die Menschen erinnern, die damals die Mauer zu Fall brachten.

Am 4. November 1989 verlangten auf dem Alexanderplatz wohl eine halbe Million Menschen Reise-, Presse- und Meinungsfreiheit. Sie forderten eine andere, demokratische DDR. Filmaufnahmen von dieser Kundgebung wurden an die Häuserwände projeziert ähnlich wie 3-D-Videos an anderen historischen Schauplätzen der Stadt.

An der East Side Gallery richten sich Führungen in leichter Sprache an Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, Lese- und Lernschwierigkeiten. Der ehemalige Grenzstreifen hinter der Gallery ist zu entdecken. Dann werden gemeinsam drei Mauerbilder erkundet.

In der Gethsemanekirche gab die ergraute Punkpoetin und Rocksängerin Patti Smith ein bewegendes Konzert. Als Zugabe war ihr Song "People Have The Power" von 1988 zu hören. Für nicht wenige der Anwesenden spielte das Lied vor dreißig Jahren in ihrem Leben tatsächlich eine Rolle. In der Nacht vom 7. Oktober flüchteten sich junge Leute, die vor dem Palast der Republik demonstriert hatten, vor der prügelnden Polizei in die Kirche.

Zehn Millionen Euro, so berichtete die Berliner Zeitung, hat der Senat in die Feierlichkeiten zum Mauerfall gesteckt. Eine Million Touristen kam auch aus diesem Anlass in die deutsche Hauptstadt. Souvenir-Läden Unter den Linden gaben für Artikel zum Mauerfall 10 Prozent Rabatt ...

DRESDEN (kobinet) Die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen vertritt als Träger des Projektes "Inklusionsnetzwerk Sachsen" hauptsächlich ehrenamtlich Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung im Freistaat Sachsen. Im Zuge der laufenden Koalitionsverhandlungen in Sachsen erwartet sie von CDU, SPD und den GRÜNEN, dass diese ihre Arbeit inklusiv, sozial und solidarisch ausrichten.

Dabei stellt sie die Tatsache in den Mittelpunkt, dass Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung wie auch Menschen im Ehrenamt von der neuen Landesregierung des Freistaates erwarten, dass ihre Belange und Anliegen im neuen Koalitionsvertrag den richtigen Platz finden. Dabei sollen Vielfalt, Inklusion und Teilhabe für Sachsen im Mittelpunkt stehen.

Im Mittelpunkt der Erwartungen und Forderungen an die neues Landesregierung stellt die Landesarbeitsgemeinschaft "Selbsthilfe Sachsen":

  • Die Erweiterung des Sächsischen Inklusionsgesetzes
  • Weitere Schritte zum Ausbau der Barrierefreiheit
  • Die Anerkennung ehrenamtlicher Arbeit
  • Das Gewährleisten von Partizipation und Bürokratieabbau.

Die Positionen und Erwartungen der LAG SH Sachsen an die Koalitionsverhandlungen sind hier insgesamt nachzulesen.

Berlin (kobinet) Die ideale Zeit und der ideale Ort, wo sich früh morgens am 12. November Nachtschwärmer und Frühaufsteher treffen können, ist der Berliner Hauptbahnhof. Um 4:27 Uhr startet dort am Gleis 16 nämlich die Reisegruppe Niemand anlässlich des 25jährigen Inkrafttretens des Benachteiligungsverbots für behinderte Menschen mit der S-Bahn Richtung Potsdam zu ihrer dreitägigen Tour mit dem Regionalverkehr durch alle 16 Landeshauptstädte. Die Reisegruppe würde sich dabei über Kaffee und etwas Reiseproviant sowie über nette Leute freuen, die sie verabschieden.

Link zum Liveblog zur Reise der Reisegruppe Niemand zum 25jährigen Inkrafttreten des Benachteiligungsverbotes für behinderte Menschen im Grundgesetz

Link zum Fahrplan für die Tour vom 12. - 15. November 2019

Berlin (kobinet) Zu später Stunde wurde gestern Abend vom Plenum des Deutschen Bundestages das Angehörigen-Entlastungsgesetz verabschiedet. Das Gesetz regelt neben der Entlastung von Eltern und Kindern pflegebedürftiger und behinderter Menschen u.a. auch die Förderung der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) über das Jahr 2022 hinaus und ein neugeschaffenes Budget für Ausbildung. Der Bundesrat muss dem Gesetz jedoch noch zustimmen.

Die Heranziehung von Eltern bzw. Kindern von pflegebedürftigen Menschen und Beziehern von Eingliederungshilfen soll zukünftig erst ab einem jährlichen Bruttoeinkommen von 100.000 Euro erfolgen. Für die behinderten Menschen selbst ändert sich aber an den bisherigen Einkommensgrenzen nichts, was u.a. Harry Hieb vom Netzwerk für Inklusion, Teilhabe, Selbstbestimmung und Assistenz (NITSA) in der Anhörung zum Gesetzentwurf am vergangenen Montag kritisiert hatte. Auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz bemängelte einem Bericht der tagesschau zufolge, dass die Pflegebedürftigen selber nicht entlastet würden. "Pflege macht weiterhin arm und zwingt viele Betroffene in die Sozialhilfe", wird Stiftungsvorstand Eugen Brysch im tagesschau-Bericht zitiert. Die Leistungen der Pflegeklasse reichten zudem schlicht nicht aus, um Heimkosten zu decken. Der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, bezeichnete die verabschiedete Reform in dem Bericht als "wesentlichen Schritt, um Menschen das Leben einfacher zu machen". Da die Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen bereits eine emotionale und organisatorische Belastung sei, müssten die Betroffenen wenigstens vor unkalkulierbaren finanziellen Risiken geschützt werden.

Für die ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungsstellen besteht nun durch die Verankerung der Förderung durch den Bund über den 31.12.2022 hinaus mehr Planungssicherheit. Ob das Budget für Ausbildung in der Praxis wirklich greifen wird, muss noch bewiesen werden. Hier wird kritisiert, dass die Regelungen viel zu eng an die bisherigen Ausbildungsgänge geknüpft sind, was für viele Menschen, die sonst in eine Werkstatt für behinderte Menschen gehen würden, nicht passend wäre.

Berlin (kobinet) Klimaschutz muss sozial gerecht werden, meint ein breites Bündnis, das Fridays for Future bei dem Klimastreik am 29. November unterstützen will. Sozial-, Umwelt- und Klimaverbände wollen im Vorfeld der Weltklimakonferenz COP25 in Madrid mit der Fridays-for-Future-Bewegung auf die Straße gehen.

Am letzten Freitag im November finden allein in Deutschland in hunderten Städten, darunter in Berlin, Hamburg und Köln, große Demonstrationen statt. Das Bündnis teilt die Empörung der Schülerinnen und Schüler über das klimapolitische Versagen der Bundesregierung, die ein unwirksames und sozial ungerechtes “Klima-Päckchen” beschlossen hat.

Dieses wird heute im Bundesrat behandelt. „Die Bundesregierung begründet ihr klimapolitisches Versagen damit, den Menschen keinen konsequenten Klimaschutz zumuten zu können”, heißt es im Aufruf des Bündnisses. “Billige Ausreden für schwache Maßnahmen lassen wir nicht gelten: Klimaschutz und Sozialpolitik dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.”

Konsequenter Klimaschutz erfordert eine grundlegende sozial-ökologische Wende. Dem Bündnis haben sich auch die Arbeiterwohlfahrt und der Paritätische Gesamtverband angeschlossen. Die Unterstützer-Organisationen des Klimastreiks sehen in einer solchen sozial-ökologischen Wende eine große Chance für eine gerechtere Gesellschaft.

Sie stellen dafür sechs Forderungen. Dazu gehören unter anderem: ein Klimaschutzgesetz, das das 1,5 Grad-Ziel einhält. Strom muss naturverträglich und für alle bezahlbar sein – sowohl durch Reformen bei Sozialleistungen als auch durch einen gesetzlichen Rahmen, der Energiesparen und Effizienz stärkt.

Außerdem verlangen sie möglichst kostenfreien öffentlichen Nahverkehr. Zugfahren soll deutlich günstiger als Fliegen sein. Schließlich müsse die Bundesregierung eine diskriminierungsfreie Grundsicherung gewährleisten, die vor Armut schützt und Teilhabe sichert.

Freiburg (kobinet) Zur Begleitung der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes werden derzeit eine Reihe von Modellprojekten durchgeführt. Um diese Modellvorhaben zum Bundesteilhabegesetz geht es in einer Fortbildungsveranstaltung des Universitätsklinikums Freiburg, die am 15. November von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr im Hörsaal des Instituts für Psychologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Engelbergerstr. 41, in 79106 Freiburg stattfindet. Darauf hat die Inklusionsbotschafterin Esther Schmidt hingewiesen.

Link zu weiteren Infos und zur Anmeldung für die Fortbildungsveranstaltung

Berlin (kobinet) Der Inklusionsbotschafter Thomas Künneke ist es leid, dass im Hinblick auf Menschen mit psychischen Erkrankungen und Beziehern von Erwerbsminderungsrenten neuerdings wieder in volkswirtschaftlichen Kategorien gedacht und von Nützlichkeit gesprochen wird. Diesem Gedankengut einer längst abgeschlossen geglaubten dunklen Vergangenheit müssen seiner Ansicht nach neue Ideen eines menschenwürdigen Umgangs mit Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen entgegengesetzt werden. Hierfür haben sich Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, Angehörige und Fachmenschen aus dem Unterstützungssystem (Trialog) zusammengesetzt und das Berliner Manifest erstellt.

"Wir brachen eure Unterschrift unter dieses Manifest", erklärte Thomas Künneke gegenüber den kobinet-nachrichten. Knapp 5.000 Menschen sind diesem Appell bereits gefolgt

Link zum Petition zum Berliner Manifest für eine menschenwürdige Psychiatrie

https://www.change.org/p/gesellschaft-politik-in-deutschland-manifest-einer-menschenw%C3%BCrdigen-psychiatrie

Die aktuelle Bilanz der Psychiatrie in Deutschland sei erschreckend. Immer mehr Psychopharmaka, Elektroschocks, viele vermeidbare Zwangsmaßnahmen, das Ausweiten der Klinik-, Heim- und Forensik-Betten, zu oft unzugängliche und unzulängliche ambulante Hilfen, dazu eine Fülle an bürokratischen und ökonomischen Vorgaben in allen Bereichen der Psychiatrie. Dies sind einige der Missstände, die nach Ansicht der Initiator*innen des Manifestes eine menschenwürdige Versorgung verhindern.

Leitideen einer menschenwürdigen Psychiatrie seien demgegenüber, dass der Mensch in seinem Streben nach Glück und Zufriedenheit das Maß unseres Handelns ist. Die in internationalen Übereinkommen wie der UN-Behindertenrechtskonvention festgeschriebenen Menschenrechte müssten endlich im Unterstützungssystem umgesetzt werden. Hierfür sei ein Diskurs in der Gesellschaft und unter den Beteiligten des Hilfesystems notwendig, der psychische Beeinträchtigungen entstigmatisiert.

Das Berliner Manifest und weitere Informationen gibt's unter:. http://berliner-manifest.de/

Marburg (kobinet) Heute in einer Woche jährt sich das Inkrafttreten des in Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes verankerten Benachteiligungsverbots für behinderte Menschen zum 25. Mal. Dass es auch 25 Jahre nach der Aufnahme des Satzes "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden" ins Grundgesetz immer noch vielfältige Diskriminierungen gibt, zeigt das Beispiel von Anna Mühlhause aus Marburg, die einem gestrigen RTL-Bericht zufolge immer wieder massive Probleme mit dem Mobilitätsservice der Bahn hat.

Obwohl der Mobilitätsservice laut Aussagen der Deutschen Bahn in 99 Prozent der Fälle funktioniere, scheint es dem RTL-Bericht von gestern zufolge gerade in Marburg besonders schwierig zu sein.

Wenn am kommenden Dienstag die Reisegruppe Niemand zu ihrer 76stündigen Tour mit dem Regionalverkehr mit der Bahn durch alle 16 Landeshauptstädte startet, dann darf man darauf gespannt sein, welche Erfahrungen diese macht und vor allem auch, welche Erfahrungsberichte diese von Menschen bekommen, die sie an verschiedenen Bahnhöfen und Stationen treffen.

Link zum Liveblog über die Bahntour

Link zum RTL-Bericht über die Erfahrungen von Anna Mühlhause

Hinweis auf den RTL-Bericht zu mangelnder Barrierefreiheit bei der Deutschen Bahn in Facebook

NÜRNBERG (kobinet) Für den Schutzbengel Award 2019 sind Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet eingegangen. Gesucht waren innovative Projekte und Initiativen, welche junge Menschen begleiten, die durch alle Raster fallen. Mit einem deutlichen Punktevorsprung hat das Wittekindshofer Projekt ‚ABAKUS – meine Leben zählt‘ den Zuschlag für den mit 10.000 Euro dotierten Preis bekommen.

Das Projekt „ABAKUS-mein Leben zählt!“ hat die Gütersloher Walter-Blüchert-Stiftung als Modellprojekt drei Jahre gefördert. Aufgenommen wurden neben Kindern und Jugendlichen aus Ostwestfalen, Lippe und dem Rheinland auch junge Menschen aus anderen Bundesländern.

„ABAKUS – mein Leben zählt“ wendet sich an schwer traumatisierte Kinder und Jugendliche mit Intelligenzminderung. Der Wittekindshofer Diakon und Traumapädagoge Axel Menningen hat in den vergangenen fünf Jahren mit einem interdisziplinären Projektteam bewährte Grundlagen und Methoden der Traumapädagogik für junge Menschen mit Lernschwierigkeiten weiterentwickelt und ein spezialisiertes Wohnangebot mit heilpädagogischer Intensivbetreuung in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen aufgebaut.

„Der Wittekindshof hat genau die Kinder und Jugendlichen im Blick, die Grenzgänger zwischen verschiedenen Hilfesystemen sind und oft Systemsprenger genannt werden. Aber diese jungen Menschen wollen keine Systeme sprengen, sondern wissen nicht, wohin mit ihrer Wut. Sie müssen wegen ihres Verhaltens und ihrer Aggressionen Eltern, Pflegefamilien und immer wieder auch Heime verlassen, weil alle – einschließlich Kinder- und Jugendpsychiatrie – überfordert sind. Bereits kleine Kinder erleben so wiederholte Beziehungsabbrüche, die all das noch verschlimmern, was sie bereits durch sexuelle Übergriffe, Gewalt und Vernachlässigung erlebt haben“, so Olaf Forkel, der Leiter der Aktion Schutzbengel.

Überzeugt hat den wissenschaftlichen Beirat der Aktion Schutzbengel als Jury, dass der Wittekindshof mit ABAKUS den Kindern und Jugendlichen einen sicheren Ort anbietet, wo auch Krisen gemeinsam durchgestanden werden. „ABAKUS eröffnet Perspektiven für junge Menschen mit geistiger Behinderung und schwerer Traumafolgestörung, bei denen die Gefahr groß ist, dass sie durch alle Raster fallen.“

BERLIN (kobinet) Der Kabinettsbeschluss eines Vorschlages für ein Angehörigenentlastungsgesetz greift nach Einschätzung von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN zu kurz. Diese Partei geht dabei davon aus, dass die Zahl der Menschen, die hiermit tatsächlich entlastet werden, vergleichsweise klein ist.

Zu dem Vorschlag für ein Angehörigenentlastungsgesetz erklärt Kordula Schulz-Asche, die Sprecherin für Alten- und Pflegepolitik dieser Partei: "Jede Entlastung von Angehörigen pflegebedürftiger Menschen ist zu begrüßen, doch was die Bundesregierung mit dem Angehörigenentlastungsgesetz vorlegt, greift zu kurz. Es zeigt sich, dass die Zahl der Menschen, die hiermit tatsächlich entlastet werden, vergleichsweise klein ist".

Notwendig sind hingegen Reformen für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige. Mit dem Antrag von Bündis 90 / DIE GRÜNEN zur doppelten Pflegegarantie bringen diese Partei, so Schulz-Asche, einen konkreten Vorschlag in den Bundestag ein, wie die Pflege-Eigenanteile sofort wirksam gesenkt und dauerhaft gedeckelt werden können, um zugleich die Finanzierung aller notwendigen Pflegeleistungen zu sichern.

Bümdnis 90 / DIE GRÜNEN fordert die Bundesregierung damit auf, einen breiten Beteiligungsprozess anzustoßen, um solche Reformen zu ermöglichen, die auch bei allen ankommen.

BERLIN (kobinet) Zwei aktuelle Meldungen zeigen, dass das Thema "Barrierefreiheit" weiterhin im politischen Gespräch ist. Dabei handelt es sich um einen Vorschlag des Bundesrates, sich im Bahnverkehr auf zwei Regelbahnsteighöhen festzulegen sowie um eine Initiative der Partei DIE LINKE, die gleich neun verschiedene Anträge zum Thema Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen gestellt hat.

Alle kobinet-Leserinnen und -Leser, die sich gründlicher mit diesen Anträgen vertraut machen möchten, können in unserem Blog Barrierefreiheit in den aktuellen Artikeln "Bundesrat will zwei Regelbahnsteighöhen" sowie "LINKE fordert weiteres Nachdenken über Barrierefreiheit ein" die weiteren Einzelheiten dazu nachlesen.

Berlin (kobinet) Der Bau der "Einheitswippe" in Berlin kann erst im Frühjahr 2020 starten. Die Senatsumweltverwaltung lehnte gestern eine Ausnahmegenehmigung für den sofortigen Start der Arbeiten für das Freiheits- und Einheitsdenkmal ab. Fledermäuse, die im Sockel des einstigen Kaiser-Wilhelm-Denkmals am Humboldt-Forum leben und bereits mit dem Winterschlaf begonnen haben, müssten geschützt werden.

Das Denkmal sollte ursprünglich aus Anlass von 30 Jahren Mauerfall eingeweiht werden und an die friedliche Wiedergewinnung der Deutschen Einheit erinnern. Für das seit Jahren umstrittene Projekt hatte der Bundestag im vergangenen Jahr 17 Millionen Euro freigegeben.

Von Berlinern wird die begehbare große Waage als Einheitsdenkmal kritisiert. Der Historiker Götz Aly hält es "für geschichtsvergessen, das schaukelnde deutsche Volk als Herrin der Geschichte zu verewigen". In seiner jüngsten Kolumne für die Berliner Zeitung sprach er von irrsinigem Symbolismus, "um diesem immer wieder zwischen Ressentiment, Revolution, Krieg und Pogrom schwankenden Volk ausgerechnet für sein überwiegend verhängnisvolles, oft genug irrationales politisches Schaukeln ein Denkmal zu setzen".