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Dennis Sonne spricht Klartext – auch in Sachen Werkstätten

Plakat mit Dennis Sonne - Sprecher für Inklusion - der Grünen
Plakat mit Dennis Sonne - Sprecher für Inklusion - der Grünen
Foto: Dennis Sonne

Düsseldorf (kobinet) "In NRW arbeiten 80.000 Menschen in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) – zu einem Mini-Lohn von 1,30 Euro die Stunde. 'Aber 25.000 haben eine abgeschlossene Berufsausbildung und könnten ohne Weiteres auch in einer normalen Anstellung, also einem sozialversicherungspflichtigen Verhältnis, tätig sein', kritisiert der Grünen-Politiker Sonne. 'Sie werden häufig in den Werkstätten als Billig-Jobber ausgebeutet. Diese Praxis ist nicht menschenrechtskonform – aber diese Art von Diskriminierung gehört zum Alltag vieler behinderter Menschen in NRW.' Laut einer WfbM-Studie von 2023 wollen ein Viertel der Beschäftigten nicht in einer Werkstatt arbeiten", so heißt es in einem am 2. Mai erschienenen Artikel des Kölner Stadt-Anzeiger über den Landtagsabgeordneten der Grünen in Nordrhein-Westfalen, der selbst einen Rollstuhl nutzt.

Link zum Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger vom 2. Mai 2024

Dass Dennis Sonne selbst seine Erfahrungen in Sachen berufliche Inklusion gemacht hat, das schilderte er in einem Facebookeinträge vom 19. April 2024:

„Nachdem ich im Jahr 2004 einen Unfall hatte, wurde mir in meinem zehn-monatigen Reha-Krankenhausaufenthalt häufig dazu geraten den Weg in eine Werkstatt für behinderte Menschen einzuschlagen. Eine Alternative ist für behinderte Menschen in unserer Gesellschaft ja nicht möglich, wurde gesagt. Und auch nach der Reha, in Abi-Zeiten (2005) riet man mir, dass ja eine Werkstatt schon das ist, was für behinderte Menschen der richtige Platz wäre. Da ist man ja ‚geschützt‘ und ‚unter seines gleichen‘. Damals war ich 20 Jahre alt. Damals war ich mit den vielen neuen Situationen sehr überfordert, aber zum Glück habe ich mich nicht für den Weg in eine Werkstatt entschieden. Ich wollte vor meinem Unfall eigentlich immer Journalist werden, habe den Traum aber aufgegeben und mich für einen klassischen Bürojob entschieden. Ich dachte mir: ‚Sitzen kann ich gut, nutze ich die Fähigkeit im Büro!‘ Und so machte ich meine erste Ausbildung im Jahr 2006 zum Bürokaufmann beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW – BLB NRW und anschließend noch eine weitere Ausbildung zum Finanzwirten bei der Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen. Ich habe beide Ausbildungen erfolgreich abgeschlossen und anschließend, auch durch meine Arbeit in der Personalvertretung den Weg in die parteipolitische Arbeit bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN NRW gefunden.

Heute arbeiten bundesweit über 300.000 Menschen in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) für einen Studenlohn von 1,30 €. 80.000 Menschen arbeiten davon in NRW-Werkstätten. Dazu haben wir in NRW 50.000 arbeitslose behinderte Menschen von denen die Hälfte bereits eine abgeschlossene Ausbildung haben oder sogar ein abgeschlossenes Studium. Da ist so viel Potential Ich freue mich über die Inklusionsinitiative des Landes NRW im Rahmen der Fachkräfteoffensive zur Bekämpfung des Mangels an Fach- und Arbeitskräften. Hier werden die Menschen mit Behinderungen in den Blick genommen. Die Werkstätten im Zuständigkeitsbereich des LWL wollen zum Beispiel 10-Prozent der Werkstattmitarbeiter:innen auf den inklusiven Arbeitsmarkt führen. Nutzen wir das Potential dieser Menschen.“

Link zum Facebook-Post von Dennis Sonne