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Frieden gewinnen

Titel des Buches
Den Frieden gewinnen, die Gewalt verlernen
Foto: Heyne

Berlin (kobinet) Heribert Prantl hat ein Buch geschrieben, das bei Heye erscheint. "Alle reden vom Krieg, vom Frieden reden zu wenige: Die weißen Tauben sind müde. Heribert Prantl begründet, warum wir eine neue Friedensbewegung, eine neue Entspannungspolitik und keinen dritten Weltkrieg brauchen – es wäre der letzte", so der Verlag. In einem Vorabdruck veröffentlicht die Berliner Zeitung am Wochenende einen Auszug. Die Politik habe das Friedensgebot der Verfassung vernachlässigt, hebt das Hauptstadt-Blatt hervor. Das Bundesverfassungsgericht habe das billigend in Kauf genommen.

Die Friedensbewegung, aus der sich zusammen mit der Umweltbewegung die grüne Paetei entwickelte hat kein Gewicht mehr, stellt Heribert Prantl fest: Aus einer sehr friedensbewegten grünen Partei wurde eine Brutstätte für Falken, eine Partei, die für Aufrüstung und immer mehr Waffenlieferungen in die Ukraine wirbt.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius fordert, Deutschland müsse wieder „kriegstüchtig“ werden, kritisiert Prantl: Tüchtigkeit – das ist kein Wort, das man mit Krieg verbinden darf. Ein Verteidigungsminister ist nicht dann ein tüchtiger Verteidigungsminister, wenn und weil er möglichst markant das Wort „Krieg“ wagt. Ein Verteidigungsminister muss nicht den Krieg wagen, sondern den Frieden, und er muss alles dafür tun, ihn zu erhalten.

Dazu gehören militärische Mittel; er muss daher dafür sorgen, dass die Verteidigungskraft ausreichend groß ist. Trotzdem sollte Pistorius nicht für Kriegstüchtigkeit, sondern für Friedenstüchtigkeit werben – so wie er es getan hat, als er (von 2006 bis 2013) ein hochbeliebter Oberbürgermeister der Friedensstadt Osnabrück war und in seiner Rede zum Antikriegstag 2008 sagte: „Kriege sind schrecklich, gnadenlos und grausam. Sie können weder heilig noch gerecht sein“.

Seine Rede beendete Pistorius damals mit einem Zitat von Erich Maria Remarque, dessen Geburtsstadt Osnabrück ist: „Man muss an die Zukunft glauben, an eine bessere Zukunft. Die Welt will Frieden.“ Das Originalzitat Remarques geht an dieser Stelle weiter, nämlich so: sie „ … will Frieden. Trotz gewisser Politiker.“ Pistorius war in seinem Politikerleben stets weit weg von diesen gewissen Politikern. Er sollte nicht den Eindruck erwecken, er habe die Seiten gewechselt.