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An Schwur von Buchenwald erinnern

Andre´Goldstein mit seinem Vater
Kurt Julius Goldstein und Sohn
Foto: Goldstein

Berlin (kobinet) Kurt Julius Goldstein kämpfte in den Internationalen Brigaden im spanischen Bürgerkrieg, Er überlebte Auschwitz und den Todesmarsch nach Buchenwald. Im kobinet-Gespräch erinnert heute sein Sohn André Goldstein an die Sellbstbefreiung des Konzentrationslagers und den Schwur der überlebenden.

kobinet: Der 11. April 1945 ist in die Geschichte als Selbstbefreiung des Konzentrationslagers Buchenwald eingegangen. Was bewegt dich an diesem Tag?

André Goldstein: Das ist der Tag, dessen wir als Nachkommen politischer Häftlinge des NS-Regimes jährlich gedenken. Schon zum 13. Mal führen wir – die Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e.V. – im Kinosaal der Gedenkstätte Buchenwald ein „Treffen der Nachkommen“ durch. Dieses Jahr steht es unter dem Motto „Zwangsarbeit“.

Die Selbstbefreiung des KZ Buchenwald war nur möglich, weil es in diesem Lager ein illegales „Internationales Lagerkomitee“ mit einer militärischen Organisation gab. Dem Internationalen Lagerkomitee gehörten politische Häftlinge aller im Lager vertretenen Nationalitäten an (Wikipedia über den Widerstand).

Am 19. April 1945 leisteten 21.000 Überlebende den Schwur von Buchenwald. „… Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel….“ Der Schwur von Buchenwald ist auch heute Leitschnur unseres Handelns.

kobinet: Wie engagieren sich die Nachkommen der politischen Häftlinge?

André Goldstein: Einerseits erinnern wir mit unseren Veranstaltungen an den Schwur von Buchenwald und engagieren uns im Rahmen der VVN-BdA. Ebenso sind unsere Mitglieder in Schulen tätig und vermitteln Geschichtswissen oder begleiten Klassen auf ihren Gedenkfahrten in die KZ-Gedenkstätten.

kobinet In Gaza und der Ukraine müssen Leid und Zerstörung gestoppt werden. Friedensverhandlungen so schnell wie möglich?

André Goldstein: Meine Antwort auf diese Frage ist ein klares JA!
Jeder weitere Kriegstag bedeutet weiteres Leiden und Sterben auf jeweils beiden Seiten. Es ist ein Irrglaube, dass noch mehr Waffen Frieden schaffen. Unbestritten ist dabei, dass der Überfall Russlands auf die Ukraine wie auch der Überfall der HAMAS auf Israel ein eklatanter Bruch des Völkerrechts sind und bleiben. Notwendig sind unverzügliche Verhandlungen, gegebenenfalls unter Vermittlung der UNO oder anderer neutraler Mediatoren, ohne jegliche Vorbedingungen und unter Einschluss aller Konfliktparteien, um zu einer dauerhaften Lösung zu kommen. Dabei müssen die Sicherheitsinteressen aller involvierten Seiten Berücksichtigung finden.