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Inklusives Wohnhaus in Berlin-Wilmersdorf eingeweiht

Logo: Aktion Mensch
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Foto: Aktion Mensch

Berlin (kobinet) Die Aktion Mensch hat am 21. Februar 2024 ihr inklusives Wohnprojekt in Berlin-Wilmersdorf feierlich eingeweiht. Das moderne und nachhaltige Effizienzhaus bietet barrierefreien Wohnraum in individuellen Wohneinheiten sowie einer Wohngemeinschaft und ermöglicht 28 Menschen mit und ohne Behinderung ein gemeinschaftliches Zusammenleben. Die Sozialorganisation reagiert damit auf den gravierenden Mangel und den steigenden Bedarf an barrierefreien Wohnangeboten in Deutschland. Denn nur rund zwei Prozent der aktuell verfügbaren Wohnungen erfüllen alle wesentlichen Kriterien von barrierefreiem Wohnraum, heißt es in einer Presseinformation der Aktion Mensch.

Die zukünftigen Bewohner*innen zeigten sich nach Informationen der Aktion Mensch begeistert von ihrem neuen Zuhause – darunter Nora Kronemann. Die Mutter von zwei Kindern lebt mit einer Gehbehinderung und suchte mehrere Jahre lang nach einer barrierefreien Wohnung. Bis jetzt: „Endlich habe ich ein Zuhause gefunden, das meinen individuellen Bedürfnissen entspricht. Die Möglichkeit, mit Menschen unterschiedlicher Hintergründe zusammenzuleben, sich auszutauschen und voneinander zu lernen, ist für mich eine tolle Perspektive”, sagt sie. Auch eine weitere Bewohnerin, die Mutter eines pflegebedürftigen Kindes ist, freut sich auf die kommende Zeit im inklusiven Wohnhaus. „Angesichts des Mangels an barrierefreiem Wohnraum ist es toll, dass Barrierefreiheit hier von Anfang an mitgedacht wurde. Menschen mit Behinderung begegnen in ihrem Alltag so vielen Barrieren – umso wichtiger ist es, dass sie hier individuelle Unterstützung erfahren und die Chance auf ein selbstbestimmteres Leben haben.”

In Anwesenheit der Bewohner*innen, Nachbar*innen und Verantwortlichen bedankte sich Armin v. Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch, bei allen Beteiligten des Projekts und betonte dessen Bedeutung: „Unsere Vision von einer inklusiven Gesellschaft zeigt sich hier mitten in Berlin-Wilmersdorf. Es ist uns ein Anliegen, Menschen mit und ohne Behinderung zusammenzubringen und Barrieren abzubauen. Dieses Wohnprojekt ermöglicht Teilhabe für alle Menschen – es ist beispielhaft für gelebte Inklusion und ein bereicherndes Miteinander.“

Das inklusive Wohnhaus ist nach Angaben der Aktion Mensch eines der ersten seiner Art in der Hauptstadt – weitere Wohnprojekte der Aktion Mensch sollen bundesweit folgen. Neben den Wohnräumen ist in dem Gebäude ein professionelles Beratungs- und Serviceangebot der Stephanus gGmbH angesiedelt, das die Bewohner*innen des Hauses ebenso wie interessierte Nachbar*innen bei der barrierefreien Alltags- und Freizeitgestaltung, der Koordination ambulanter Pflegedienste sowie weiteren Assistenzleistungen unterstützt. Auch bei dem Concierge-Service im Eingangsbereich des Hauses, den ein*e Mitarbeiter*in mit Behinderung betreuen wird, ist der Nachbarschaftsgedanke leitend. „Wir bedanken uns bei der Aktion Mensch für die Partnerschaft, moderne Konzepte der Inklusion gemeinsam umzusetzen zu können“, resümiert Dr. Ellen Ueberschär, Vorstandsvorsitzende der Stephanus-Stiftung.

Bei dem Gebäude handelt es sich um ein in Holzständerbauweise errichtetes Effizienzhaus mit begrüntem Dach und Solaranlage, das auch bei der Materialauswahl den Prinzipien der Nachhaltigkeit folgt. Das Wohnhaus liegt in unmittelbarer Nähe des barrierefreien U-Bahnhofs Berliner Straße sowie zu Angeboten des täglichen Bedarfs. Es wird auf einem Grundstück errichtet, mit dem eine Berlinerin die Aktion Mensch in ihrem Nachlass bedachte, teilte die Aktion Mensch mit.