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Bedarf an sozialrechtlicher Beratung wächst weiter

Mehrere Paragraphenzeichen auf einem Blatt
Paragraphen zeigen, dass etwas geregelt wird
Foto: Pixabay/geralt

Stuttgart (kobinet) Die Nöte und Sorgen der Menschen in Baden-Württemberg steigen weiter. Der Landesverband des VdK informiert darüber, dass es im Jahr 2023 mehr als 68.000 sozialrechtliche Beratungen gab. Durch die VdK-Juristen wurden so viele Beratungen wie noch nie zuvor durchgeführt. 12.200 Widersprüche, Klagen und Berufungen wurden eingereicht – gegen Rentenbescheide, abgelehnte Krankenkassenleistungen und die Pflegekasse – noch nie waren es mehr.

Die VdK-Juristen erstritten 18.440.389 Millionen Euro an Nachzahlungen im Jahr 2023. Diese Summe war nie höher und auch die Mitgliederzahlen steigen seit 1996 stetig, im Jahr 2023 um weitere 8.400 auf heute über 260.000 in Baden-Württemberg.

„Hinter all diesen Zahlen stehen Menschen. Sie kommen in großer finanzieller Not zu uns, die Armut steigt. Manche haben ein pflegebedürftiges Familienmitglied zuhause, können es nicht mehr vernünftig versorgen, finden keinen Pflegeheimplatz. Da geht es schlichtweg um Menschenwürde“, sagt VdK-Landesvorsitzender Hans-Josef Hotz. Andere bekämen die dritte Pflegeheimkosten-Erhöhung in nur anderthalb Jahren, wie ein Mann aus dem Landkreis Böblingen berichtet. Von jetzt auf gleich müsse seine Schwiegermutter für die stationäre Pflege 453 Euro mehr zahlen und habe ab März dann eine Eigenbeteiligung von 3383 Euro – pro Monat.

„Wir appellieren an die Bundesregierung, die verbleibende Zeit endlich zu nutzen und die steigende Armut zu bekämpfen!“ fordert Hotz. „Eine sozialgerechte Politik war das Versprechen. Doch die Realität sieht ganz anders aus: Die gesetzliche Pflegeversicherung wurde beispielsweise noch immer nicht grundlegend reformiert. Pflegebedürftigkeit führt viele Menschen weiterhin direkt in die Armut – trotz des neuen Pflegeunterstützungs- und Entlastungsgesetzes. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen in unserem Land in Würde alt werden dürfen.“