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Nicht-Barrierefreiheit hat viele Varianten

Haltestellenbereich mit Blindenleitstrefen aber  ohne Sitzbank und Seitenschutz.
Bushaltestelle in der Lindernerstraße in Lönningen
Foto: Diana Hömmen

LÖNNINGEN-BENSTRUP (kobinet) Wer sich mit Barrierefreiheit beschäftigt, meint oft, eigentlich schon alles gesehen zu haben, was an Barrierefreiheit mehr oder wenige weit vorbeigeht. Kleine Fehler können sicherlich passieren und im Genehmigungs- und Baugeschehen kann es auch Missverständnisse geben. Gut gemeint- aber dann nicht immer gut gemacht, wie gesagt, wenn man sich lange mit Barrierefreiheit beschäftigt, meint man, eigentlich alle Irrwege zu kennen - und ist erstaunt, wenn es dann, wie in dem Brief einer kobinet-Leserin doch noch etwas gibt, das man noch nicht gesehen hat.

So wurde, wie unsere Leserin berichtet, im Sommer 2022 an der Lindernerstraße in Löningen der neue Busbahnhof eröffnet. Ein halbes Jahr waren keine Buswartehäuschen vorhanden, Kinder und Schultaschen wurden nass. Nach einer Wartezeit von fast einem halben Jahr wurden diese Warteunterstände angebracht. Bei diesem Warteunterstand konnte unsere Leserin nur den Kopfschütteln und an Schilda denken. Nach einer Anfrage an das Bauamt der Stadt Löningen kam die Aussage eine Sitzbank konnte nicht angebracht werden, sie sei dann auf der Blindenleitlinie. Paradoxum ist, dass der Mülleimer auf der Blindenleitlinie steht. Es war der Stadt Löningen nicht möglich den Warteunterstand zu versetzen.

Als Mitglied im Behindertenbeirat des Landkreis Cloppenburg, bekam unsere Leserin die Antwort vom Landkreis Cloppenburg, dass dafür die Stadt Löningen zuständig ist.

Fazit einer solchen Investition: Die Warteunterständen schützen nicht vor Regen und Schnee, weil Seitenwände und eine Querwand für einen noch besseren Schutz fehlen. Bei Starkregen wie am 21. Dezember 2023 wurden fast alle Kinder von den Eltern abgeholt worden, nach zehn Minuten im Warteunterstand war man bis auf die Haut nass. Hinzu kommt der Wind kommt immer von vorne – keine Chance trocken zu bleiben und geschweige, sich auf die nasse Bank zusetzen. Jetzt hätte sich unsere Leserin einen Löninger Bürgermeister gewünscht, der hier die Busaufsicht macht und merkt, dass das der größte Fehlkauf ist, den die Stadt in Sachen Barrierefreiheit getätigt hat.