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Werkstätten müssen mehr Menschen mit Behinderung in reguläre Jobs bringen

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Foto: SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V.

HANNOVER (kobinet) Eigentlich ist es eine der Hauptaufgaben der Werkstätten, dafür zu sorgen, Menschen mit Behinderung langfristig in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu bringen. Das gelingt allerdings nur selten: Weniger als ein Prozent der Werkstatt-Beschäftigten schaffen den Wechsel. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen ist der größte Sozialverbands dieses Bundeslandes fordert deshalb eine schnellstmöglich entsprechende Strategie erarbeitet werden, um dies zu verändern.

In Niedersachsen arbeiten derzeit fast 30.000 Menschen mit Behinderung in sogenannten Werkstätten. Obwohl ihr Arbeitspensum durchschnittlich 6,5 Stunden am Tag beträgt, verdienen sie lediglich zwischen 1,35 und 2 Euro in der Stunde. Einen Mindestlohn gibt es nicht. Anlässlich des diesjährigen „Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung“ fordert der SoVD in Niedersachsen die Werkstätten auf, ihren Auftrag zu erfüllen und dafür zu sorgen, dass Betroffene einen Job auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erhalten.

Weniger als ein Prozent der Werkstatt-Beschäftigten schaffen den Wechsel. „Ein Grund dafür ist der fehlende Plan, wie dies geschehen könnte“, erläutert Bernhard Sackarendt, Landesvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Obwohl in Deutschland seit 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention gelte, habe sich in dem Bereich kaum etwas bewegt. „Andere Länder wie zum Beispiel Spanien, Frankreich oder Irland sind da viel weiter und haben schon entsprechende Strukturen“, so Sackarendt weiter.