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Noch viel für 100%ige Gleichstellung behinderter Menschen in Sachsen zu tun

Logo: BUMS! Behinderung und Menschenrechte in Sachsen
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Foto: LIGA Selbstvertretung Sachsen

Dresden (kobinet) Im Vorfeld des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen weisen die Sprecher*innenrat der LIGA Selbstvertretung Sachsen darauf hin, dass in Sachsen bis zu einer Inklusion, welche man auch so nennen kann, immer noch viel zu tun ist. "Wir als LIGA Selbstvertretung Sachsen setzen uns dafür ein, dass alle Menschen mit Beeinträchtigungen gemäß Artikel 19 der Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben haben müssen - auch in Sachsen", heißt es in der Presseinformation der LIGA.

„Nehmen wir das Thema Barrierefreiheit. Auch wenn kleine Fortschritte zu merken sind, stehen auf Fußwegen weiterhin Werbetafeln und -flaggen. Für blinde Menschen eine große Stolperfalle. Oder Geschäfte als auch öffentliche Gebäude sind nicht zugängig. Und barrierefrei ist nicht gleich barrierefrei. Wie viele Gaststätten haben denn eine barrierefreie Toilette? Oder eine Speisekarte in Leichter Sprache oder in Brailleschrift? Welche Gemeinde stellt eine/n Gebärdensprachdolmetscher kostenlos zur Verfügung?“, frage die LIGA.

„Nehmen wir das Thema Assistenz. Auch in Sachsen gilt der Artikel 19 der Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen (UN-BRK). Dieser Artikel der UN-Behindertenrechtskonvention erkennt das Recht von Menschen mit Behinderungen an, mit den gleichen Wahlmöglichkeiten wie andere Menschen in der Gemeinschaft zu leben. Warum werden dann in Sachsen immer noch Neubauten oder Anbauten für ‚Heime‘ gefördert. Fördern wir doch lieber barrierefreien Wohnraum für Menschen mit Behinderungen, so dass beispielsweise auch Rollstuhlfahrer*innen ihre nichtbehinderten Freunde besuchen können“, betont die LIGA.

„Nehmen wir das Thema Arbeit. Weshalb fördert der Freistaat Sachsen immer noch Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM)? Die Aufgabe von WfbMs ist, Möglichkeiten für diese Menschen mit Beeinträchtigungen zu schaffen, um im ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Nicht mal 1 Prozent Übergang wird hier erreicht. Für den UN-Ausschuss zur Überwachung der Umsetzung der UN-BRK war dies der größte Kritikpunkt beim ersten Bericht zur Staatenprüfung Deutschlands. Und wenn Menschen in einer WfbM bleiben möchten, dann sollen sie auch ordentlich entlohnt werden. Derzeit beträgt der durchschnittliche ‚Lohn‘ für Mitarbeiter einer WfbM 1,35 € pro Stunde“,

Das Fazit der LIGA Selbstvertretung Sachsen lautet daher: „Menschen mit Beeinträchtigungen, immerhin leben rund 10 Prozent der Bevölkerung mit einer Beeinträchtigung im Freistaat Sachsen – gehören in die Mitte der Gesellschaft! Ob in der Kita, in der Regelschule, in der Ausbildung, im Arbeitsleben und auch im wohlverdienten Rentnerleben. Die LIGA Selbstvertretung Sachsen wird daher immer wieder auf diese Missstände aufmerksam machen und im Rahmen ihrer Möglichkeit helfen, diese zu beseitigen.“

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