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Minsk wieder Besuchermagnet

Terrassenestaurant Minsk
Minsk in "Architektur der DDR" von 1979
Foto: Architektur der DDR

Berlin (kobinet) Milliardär Hasso Plattner hat das Minsk auf dem Potsdamer Brauhausberg zu einem Kunsthaus umbauen lassen. Nach zweijähriger Bauzeit erlebt das einst beliebte Terrassen-Restaurant, nach derJahrtausend-Wende aber von Verfall und Abriss bedront, nun einen wahren Besucheransturm.

Das neue Museum wirbt auf seiner Webseite in leichter Sprache für einen Ort, „an dem sich Menschen treffen, austauschen und gemeinsam Neues erleben. Alle Menschen sind herzlich dazu eingeladen.“ Hasso Plattner ist ein deutscher Unternehmer. Er sammelt Kunst-Werke und fördert Kunst mit Geld.

Plattner ist Mitbegründer des IT-Unternehmens SAP. Die von ihm gestiftete „Hasso Plattner Foundation“ finanzierte schon den Wiederaufbau des Potsdamer Palais Barberini mit dem 2017 eröffneten Museum Barberini.

„Es ist für mich immer unbegreiflich gewesen, wenn vor 30 Jahren die Wessis kamen und alles nieder geredet haben. Also ich fand das ständige Niederreißen, obwohl ich kein DDRler bin, nicht gut. Und nachdem ich mich informiert hatte über das Minsk, fand ich, das ist ein erhaltenswürdiges Gebäude“, zitierten ihn Mainstream-Medien.

Die ersten Ausstellungen mit Werken aus der Sammlung Plattners im Minsk sind noch bis Mitte Januar zu sehen. Herausragend die Schau mit Arbeiten von Wolfgang Mattheuer. Mattheuer hielt unbeirrt daran fest, in seinen Bildern gesellschaftliche Konflikte im „real existierenden Sozialismus“ auf die metaphorische Ebene biblischer und mythologischer Gleichnisse zu verschieben, schrieb Eckhard J. Gillen in der Berliner zeitung.

„Das Publikum entwickelte bald ein spezielles Sensorium für diese malerisch verschlüsselte Gesellschaftskritik“, so der Kunsthistoriker. „Sein nun im Minsk hängendes Gemälde „Freundlicher Besuch im Braunkohlerevier“ von 1974 zeigt eine durch die Industrialisierung gezeichnete Landschaft als Schauplatz für die Veranschaulichung der trotz Sozialismus fortdauernden Entfremdung der Arbeiterklasse in der DDR.“