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Die Sommerinterviews

Assistent und Mensch mit Behinderung trinken gemeinsam
Ein Assistent hilft einem Mensch mit Behinderung beim Trinken und trinkt gleichzeitig selbst.
Foto: Andreas Vega

München (kobinet) Wer kennt das nicht, Lieblingssendungen oder wichtige Ansprechpartner sind in der Sommerpause. So plagt einem vor dem Fernseher entweder die Langeweile, oder der richtige Mann zum Reparieren eines Rollstuhls ist in weite Ferne verreist. Kobinet hingegen wird in den nächsten Tagen täglich ein Interview zum Thema „Persönliche Assistenz“ veröffentlichen. Am 19. Juni diesen Jahres veröffentlichten wir einen Bericht über massive Probleme bei der Personalsuche im Arbeitgebermodell bzw. persönlichen Budget. Die Redaktion erreichte viel Resonanz, das Thema der Artikel also getroffen. Täglich erscheint also ein Interview mit einem Menschen mit Behinderung, der „Persönliche Assistenz“ selbst organisiert und so versucht sein Lebensmodell „Selbstbestimmt Leben“ umzusetzen. Unsere Leser*innen bekommen also einen kleinen Einblick in die Probleme, die sich auf diesem Wege ergeben.

Heute sprechen wir mit einer behinderten Arbeitgeber*in aus der Region Nordöstliches Oberbayern.

Kobinet: In welchem Umfang benötigen Sie persönliche Assistenz?

Meine Tochter benötigt 24/7 Assistenz, nach langem Kampf inkl. Gericht haben wir 63h/Woche genehmigt bekommen.

Kobinet: Wie lange leben Sie schon mit persönlicher Assistenz?

Wir haben 2019 Persönliche Assistenz beantragt, 2020 konnten wir endlich starten, allerdings erstmal nur mit 35h/Woche.

Kobinet: Wie funktioniert bei Ihnen die Suche nach geeigneten persönlichen Assistent*innen?

Suboptimal, wir finden niemanden, da es sich bei der Erkrankung unserer Tochter um eine Unsichtbare Einschränkung handelt, eine sehr seltene Stoffwechselerkrankung, Gastrotube Autismus.

Kobinet: Welche Medien nutzen sie zur Personalsuche?

Sämtliche uns kostenlos zur Verfügung stehende Medien, wie Facebook, Assistenzbörsen, eBay Kleinanzeigen und die Arbeitsagentur.

Kobinet: Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Leider keine guten, denn wenn mal Bewerbungen rein kamen mussten wir sie eigentlich auch gleich ablehnen, da sie unvollständig oder völlig ungeeignet waren.

Kobinet: Fürchten Sie Ihre Selbstbestimmung aufgrund der aktuellen Lage zu verlieren?

Ja diese Befürchtung haben wir bzw. ist es bereits Realität. Wir haben 1 Assistenz für 25h/W die freiwillig immer mal wieder Überstunden macht, um uns zu entlasten. Unser Bedarf ist um ein Vielfaches höher.

Kobinet: Wie schätzen Sie die aktuelle Lage bezüglich der persönlichen Assistenz ein?

Durch die eingeführte Impfpflicht im Pflegebereich ist es sehr schwierig. Bitte nicht falsch verstehen, wir sind geboostert. Aber unsere Tochter darf nicht geimpft werden, bei uns besteht tägliche Testpflicht der Assistent*innen vor Arbeitsbeginn.

Kobinet: Vielen Dank!

München (kobinet) Kategorien Interview

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/scw2460


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