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Birgit Stenger erhielt ersten Matthias-Vernaldi-Preis für selbstbestimmtes Leben

Birgit Stenger
Birgit Stenger
Foto: Parität Berlin

Berlin (kobinet) Die Kaspar Hauser Stiftung in Pankow Niederschönhausen verlieh erstmals den Matthias-Vernaldi-Preis für selbstbestimmtes Leben. Aus ganz Deutschland waren 16 hochkarätige Vorschläge eingegangen. Die Jury entschied sich für Birgit Stenger, wie die Stiftung mitteilte.

Am 18. Juni nahm Birgit Stenger den Preis im Rahmen des jährlichen Sommerfestes der Kaspar Hauser Stiftung in Empfang. Überreicht durch die Vorständin Birgit Monteiro, erhielt sie eine handgefertigte Urkunde, das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro und ein kleines Kunstwerk, welches im Rahmen der Kunsttherapie von Menschen mit Assistenzbedarf geschaffen wurde.

"Als enge Kampfgefährtin von Matthias Vernaldi bewies und beweist Birgit Stenger immer wieder Ausdauer, Härte und Mut. Nach ihrer eigenen Aussage hatten Matthias Vernaldi und sie bei schwierigen Verhandlungen folgende Arbeitsteilung: Er war der gute, sie der böse Cop. Der Kampf für Inklusion ist auch ein Kampf um knappe Ressourcen. Birgit Stenger fordert konkrete Zusagen und den vollen Kanon der Menschenrechte für Menschen mit Behinderung. Dafür initiiert sie auch unkonventionelle Aktionen. So besetzten sie und ihre Mitstreiter*innen mit Isomatten, Decken und Transparenten den Platz vor dem Berliner Abgeordnetenhaus. Die TAZ nannte Birgit Stenger dabei die 'leitende Aktivistin'", heißt es vonseiten der Stiftung.

Birgit Stenger betonte dem Bericht der Kaspar Hauser Stiftung zufolge in ihrer Rede, dass sie sich für das nächste Jahr wünschen würde, dass der Preis an jemanden vergeben wird, der genauso selbstbestimmt die eigene Sexualität lebt, wie Matthias Vernaldi es getan hat. Sie sagte: "Für jeden Menschen ist es unerlässlich, am Leben der Gemeinschaft teilzuhaben, aber für jeden Menschen ist es auch unerlässlich, berührt zu werden und seine Sexualität frei und selbstbestimmt zu leben.“

Birgit Stenger studierte dem Bericht zufolge Rechtswissenschaft und Soziale Arbeit, sie ist Sozialarbeiterin, systemische Familienberaterin und Peer Counselerin. Sie war die erste Arbeitgeberin in Berlin, die sich ihre persönliche Assistenz im Arbeitgeber-Modell organisierte. Birgit Stenger ist langjähriges Mitglied im Landesbehindertenbeirat und ein Vorbild für viele Menschen mit und ohne Behinderung.

Matthias Vernaldi verstarb am 9.3.2020 im Alter von 60 Jahren. Der seinen Namen tragende Preis soll jährlich zu seinem Geburtstag verliehen werden. Die Preisjury bestand aus 10 Personen, zu denen als Vertreter der Familie Lewin Vernaldi-Kimani sowie der Pankower Bezirksbürgermeister Sören Benn gehörten. Außerdem wirkten Vertreter*innen des Landesbeirates für Menschen mit Behinderung, des Stiftungsrates der Kaspar Hauser Stiftung, des Paritätischen Wohlfahrtverbandes, der LAG WfbM, der Arbeitsgemeinschaft für selbstbestimmtes Leben schwerstbehinderter Menschen, des ambulante Dienste sowie des Werkstattrates der Kaspar Hauser Stiftung mit.

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

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