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E-Roller sind Gefahrenquellen

E-Roller, der mitten auf dem Gehweg steht
E-Roller, der mitten auf dem Gehweg steht
Foto: omp

MARBURG (kobinet) Im Jahr 2020 registrierte die Polizei bundesweit 2155 Unfälle mit E-Rollern. Insbesondere für Menschen mit Seheinschränkungen sind sie eine Gefahrenquelle. „Sie sind kaum zu hören, Nutzer*innen fahren oft rücksichtslos und schnell auf den Gehwegen und sie werden überall abgestellt“, kritisiert Ursula Weber, die Erste Vorsitzende des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS).

Die Selbsthilfeorganisation fordert deshalb zum Tag der Verkehrssicherheit am 19. Juni 2021 verbindliche Abstellzonen für E-Roller und E-Scooter, die so markiert werden, dass sie mit Blindenstöcken zu ertasten sind.

Diese Forderung wird von vielen persönlichen Erfahrungen mit diesen Roller unterstützt. So kritisiert ein blinder Musiker rücksichtslos abgestellte E-Roller. „Sommer bedeutet für mich mehr Schmerzen“, sagt er. Der Frankfurter Fred Lohr kann sich nicht für die modernen Vehikel begeistern. Er ist blind und machte schon oft schmerzhafte Bekanntschaft mit den Gefährten, obwohl er sehr routiniert mit seinem Blindenstock umgeht. „An der Bushaltestelle im Gutleutviertel, die ich fast täglich nutze, steige ich grundsätzlich vorsichtig aus. Sie befindet sich in der Nähe eines Briefzentrums und ich muss immer mit Lieferverkehr an Ausfahrten rechnen“, sagt der 51-Jährige. Kaum hatte er diese Gefahrenstelle überwunden, geriet sein Blindenstock unter ein Hindernis. Der Stock brach und er fiel - über vier E-Roller des Anbieters Bolt, die auf dem Gehweg lagen. „Mein Stock war kaputt und mein Schienbein schmerzte höllisch. Aber ich hatte Glück. Wäre ich etwas anders gefallen, hätte mir der Lenker die Zähne ausgeschlagen“, erzählt Fred Lohr. Er rief die Polizei, die den Unfall aufnahm.

Auf der Website des Anbieters der E-Roller kann zwar ein Schaden angegeben werden, doch nur mit der ID-Nummer des entsprechenden E-Rollers. Das Impressum oder eine Telefonnummer suchte der gebürtige Frankfurter vergeblich. „Ganz abgesehen davon könnte ich eine ID-Nummer auf einem Scooter nur dann lesen, wenn sie in Punktschrift angebracht wäre“, erklärt er.

MARBURG (kobinet) Kategorien Nachricht

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