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Kaum Zugang zu Psychotherapie

Portraitfoto von Corinna Rüffer, Bundestagsabgeordnete der Fraktion Bündnis90/Die Grünen
Portraitfoto von Corinna Rüffer, Bundestagsabgeordnete der Fraktion Bündnis90/Die Grünen
Foto: Rolf Barthel

BERLIN (KOBINET) Der Behandlungsbedarf aufgrund psychischer Erkrankungen steigt seit Jahren kontinuierlich an. Für Menschen mit kognitiven oder Hörbeeinträchtigungen ist es besonders schwierig psychotherapeutische Angebote zu finden, die sie nutzen können.

Das stellt Corinna  Rüffer, Sprecherin für Behindertenpolitik der Bundestagsfraktion  Bündnis 90/Die Grünen auf der Grudnlage einer Antwort der Bundesregierung auf schriftliche Fragen zum Zugang  behinderter Menschen zu psychotherapeutischen Angeboten fest. 

Konkrete Zahlen über Psychotherapeutinnen und  Psychotherapeuten, die die Therapien für Menschen kognitiven  Beeinträchtigungen oder Therapien in Gebärdensprache anbieten, liegen  der Bundesregierung nicht einmal vor. Lediglich 39 Psychotherapeutinnen  und Psychotherapeuten gaben laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung an,  dass sie über Kenntnisse der Gebärdensprache verfügen. Eine  bedarfsgerechte Versorgung gehörloser Personen ist so nicht  gewährleistet. 

Immerhin wurde vergangenen Oktober die  Psychotherapie-Richtlinie angepasst, so dass kognitiv beeinträchtigte  Menschen mehr Zeiteinheiten erhalten und auf Wunsch Bezugspersonen  einbeziehen können. Zu begrüßen ist auch, dass Kassenärztlichen  Vereinigungen durch das Terminservice- und Versorgungsgesetz nun  verpflichtet sind, behinderte Menschen über Zugangsmöglichkeiten zur  Versorgung zu informieren.

Dennoch reicht das vorhandene Angebot bei weitem  nicht aus, um behinderten Menschen den Zugang zur psychotherapeutischen  Versorgung in ausreichendem Umfang zu ermöglichen. Bereits in der  Psychotherapie-Ausbildung sollten die Bedarfe  von Menschen mit Behinderungen vermittelt werden. Wünschenswert wäre  außerdem ein verbessertes Angebot für Therapeutinnen und Therapeuten zum  Erlernen der Deutschen Gebärdensprache. 

Die Anschriften jener 39 Psychotherapeutinnen  und Psychotherapeuten, die angaben über Kenntnisse der Gebärdensprache zu verfügen, können hier nachgelesen werden.