Jens Merkel schrieb am 06.10.2008, 15:40
Langsam fällt einem zu all den „Heimen“ nichts mehr ein!!!
Sowohl als engagierter Mitstreiter der Bundesinitiative „Daheim statt Heim“ als auch als Mitglied des Sächsischen Landesbeirates für die Belange von Menschen mit Behinderungen schäme ich mich immer mehr für die Sozialpolitik dieser Landesregierung. In Dresden begreift man es einfach nicht, dass auch Behinderte ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft haben. Hat die Staatsministerin die Bewohner dieses „Heimes“ mal gefragt, ob sie sich in diesem Umfeld wohlfühlen? Wenn laut Presseerklärung diese Einrichtung für den ostsächsischen Raum "zuständig" ist, heißt das dann, dass Behinderte aus diesem Gebiet weiter in dieses "Heim" abgeschoben werden sollen, obwohl auch Behinderte gerade in Zeiten des Persönlichen Budgets selbstständig und selbstbestimmt in ihrer eigenen Wohnung leben können und vor allem wollen?? Ist es nicht vielmehr so, dass auch die sächsische Landesregierung ständig versucht, "Heime" schönzureden? Die Sozialministerin sollte sich besser mit ihren Ministerkollegen darum kümmern, wie auch in Sachsen Bau- und Planungsstopps für Heime umgesetzt werdend können. Dieses wäre ein bahnbrechendes Ereignis.
Lasst mich aber auch noch eine Bemerkung im allgemeinem zu diesem Artikel schreiben. Warum übernimmt der Kobinet-Redakteur die Presseerklärung der Staatsregierung und lässt damit den Artikel so aussehen, als ob sich die kobinet-Nachrichten über den "Heim"neubau auch noch mitfreuen würden. Ist es nicht gerade auch die Aufgabe von Kobinet, sich gegen solche Neubauten zu äußern, und nicht immer erst auf die Leserbriefe von engagierten "Heim"gegnern (zu denen ich mich durchaus zähle) zu warten. Ehe solche Artikel unkommentiert weiter verbreitet werden wäre es meines Erachtens nach besser, diese ungeschrieben zu lassen.
Jens Merkel
Grimma
Mitglied im sächsischen Landesbeirat
für die Belange von Menschen mit Behinderungen
und Vorstandsmitglied von ForseA e.V.
Inge Rosenberger schrieb am 06.10.2008, 09:28
Es sind immer wieder die gleichen hohlköpfigen Phrasen der "Sozial"politiker/innen: Behindertenghettos, in denen Menschen lebenslänglich weggesperrt sind, sind vorbildlich und werden zum "heute gültigen Standard" erklärt.
Dann gibt es auch noch die bayerische Ansicht von Frau Stewens (Zitat bei kandidatenwatch):
"Selbstverständlich können auch schwer mehrfach behinderte Menschen in anderen Wohnformen leben, wenn sie ... dazu in der Lage sind ...." - Diese Aussage ist bodenlos zynisch!
(Die komplette Antwort von Frau Stewens kann man nachlesen unter: www.kandidatenwatch.de/christa_stewens-120-16264--f137744.html#frage137744)