Klaus Mück schrieb am 12.10.2008, 13:16
Ich sehe mich durchaus als Verfechter einer sozialen Marktwirtschaft. Ebenso gilt der Grundsatz "Konkurrenz belebt das Geschäft". Im Bereich der gesundheitlichen Versorgung haben wir aber Planwirtschaft und da wo es genehm erscheint wird vermeintlich Konkurrenz geschaffen, oder eben auch nicht. Unternehmertum im eigentlichen Sinne, ist dabei nur schwer möglich. Ich sehe mich aber auch als Beitragszahler einer gesetzlichen Krankenkasse und damit eben als Kunde, der ein gewisses Wahlrecht im Wahl der bedarfsgerechten Mittel (ich bilde mir ein, dass ich die Kompetenz besitze, welche Hilfsmittel für mich geeignet sind und welche nicht) braucht, um mit seiner Behinderung ein Leben zu führen, das trotz geeigneter Hilfsmittel immer noch mit vielen Hürden konfrontiert bleibt. Weitere Hürden werden nur die Leistungsfähigkeit behinderter Menschen herabsetzen, die Beeinträchtigung der Menschenwürde gar nicht berücksichtigt. Kann durch die falsche Wahl eines Hilfsmittels ein behinderter Mensch seinen Beruf nur beeinträchtigt oder gar nicht mehr ausüben, na, dann haben wir mal wieder ganze Arbeit geleistet. So weit wird es schon nicht kommen? Da bin ich anderer Meinung, das Herabsetzen der Einkommensgrenze von auf Assistenz angewiesener behinderter Menschen führte auch nur dazu, dass behinderte Menschen ihre Arbeitszeit reduziert haben und somit auch die Einkommensteuer aus diesem Bereich geringer wurde. Wurde das bislang wieder korrigiert? Natürlich nicht!
Dr. Klaus Mück
Sven Oppel schrieb am 02.10.2008, 05:15
Für mich gehört zur Nichtdiskriminierung, Teilhabe, Respekt vor der Unterschiedlichkeit, Chancengleichheit, und der Gleichberechtigung, auch die freie Wahl von Hilfsmitteln. Ich betreibe selber ein Portal, wo ich mich für die freie Wahl der Hilfsmittel einsetze. Ich erlebe im Alltag immer wieder diesbezüglich Dramen. Jetzt bin ich selber davon betroffen, da meine Mutter Schwerstpfegefall vor drei Wochen geworden ist. Sie ist sehr stark Inkontinenz und hatte über die Familie qualitativ hochwertige Ware erhalten. Jetzt hat die Krankenkasse uns gestoppt, dass nur der Ausschreibungsgewinner versorgen darf. Zum einen ist das nicht die Qualität, zum anderen warten wir seit Wochen darauf das geliefert wird, meine Mutter aber täglich mehrmals das Bett komplett nass hat. Wo ist da der Respekt vor dem Menschen ?
www.hilfsmittelmanager.eu
www.buendnis-meine-wahl.de
Sven Oppel