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Leserbriefe.

Zu "Berufliche Wahlmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung schaffen", 10.09.2008 - 21:52 (zum Artikel).

Uwe Heineker schrieb am 14.09.2008, 10:00

Zu Alfonso Romàn-Barbas's Leserbrief

möchte ich ergänzend auf die auf den 3. Alternativen Werkstättentag 2006 in Köln verabschiedete "Deutzer Erklärung" hinweisen, die weitergehende Forderungen in Richtung Weiterentwicklung der WfbM enthält:

www.bvkm.de/presse/2006-11-20_alternativer_werkstaettentag_deutzer-erklaerung.pdf

Alfonso Romàn-Barbas schrieb am 13.09.2008, 14:11

Nicht nur!

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte zum oben genannten Artikel meine Sicht der Dinge als 20-jähriger Mitarbeiter einer WfbM etwas näher darstellen.
Sicher ist der oben genannte Artikel wichtig und richtig, aber man darf trotz alledem nicht die Realität vergessen und das System, indem die Werkstätten sind. Die Menschen, die dort arbeiten, vielmehr die Rehabilitanten, wie es im Gesetz heißt,
brauchen personenbezogene Hilfen. Es hilft nichts, wenn das Papier auf dem das Gesetz niedergeschrieben ist, sich nur gut anfühlt, aber die Menschen, die die Hilfen benötigen, diese nicht erhalten: die Begleitung eben. Währenddessen machen sich die Menschen auf den Weg in den Arbeitsmarkt. Danach, dabei und davor gibt es oft keine finanziellen Möglichkeiten, dass die Begleitung und die pflegerischen Maßnahmen gezahlt werden. Das sind die Sachen, die nach meiner Meinung nach essentiell sind. Es hilft die beste Vermittlung nicht, wenn man auf die Bedürfnisse eines Schwerstbehinderten nicht eingeht oder eingehen kann. Hier spielt die Wirtschaft eine tragende Rolle, die trotz aller sozialen und menschenfreundlichen Bemühungen auch den Gesetzen des Kapitalismus gehorchen muss.

Daher!
Die Werkstätten haben zusätzlich wenige Möglichkeiten Menschen mit einem hohen Pflege- und Unterstützungsbedarf zu vermitteln. Gerade Menschen mit einer Lern- und/oder einer Körperbehinderung fallen in den Bereich, derer, die schwer vermittelbar sind. Die Verbesserung der qualifizierten Arbeitstherapeuten und die bessere Ausstattung der Betreuungsschlüssel sind ein wichtiger Bestandteil zu einer besseren und einer kontinuierlichen Verbesserung in den ersten Arbeitsmarkt.
Dort muss der Gesetzgeber - meiner Meinung nach - einiges tun. Dafür kann das Persönliche Budget ein gutes Instrument werden. So lange der Gesetzgeber zur Frage der Anbindung an eine WfbM keine eindeutige Stellungnahme abgibt, werden die Menschen mit Behinderung dieses Wagnis nicht eingehen. Nach meiner Meinung nach wäre es wünschenswert, klar und deutlich zu sagen, dass eine Anbindung möglich ist, für alle, die diesen "Sicherheitsanker" möchten und brauchen, aber kein Zwang dazu besteht. Außerdem müsste der Geldtransfer zwischen den einzelnen Träger transparenter gemacht werden. Gerade für die WfbM-Mitarbeiter ist es wichtig zu wissen, wie viel Geld wohin gegeben wird. Nur so ist der Gedanke der Selbstbestimmung, unter dessen Deckmantel das Persönliche Budget nach außen hin verkauft wird, einzuhalten.

So könnte das Persönliche Budget zielgerichteter und effizienter verwandt werden und eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt wäre eher möglich und tragfähiger.

Mit freundlichen Grüßen

A. Román-Barbas



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