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18.04.2011 - 13:14

Weinerleben ohne Hindernisse.

Oppenheim (kobinet) Die Region Rheinhessen ist von Weinbergen geprägt und zeichnet sich auch dadurch aus, dass die Menschen dort den Wein genießen. Wie ein Weinerleben ohne Hindernisse dort auch für behinderte Menschen möglich ist, hat der Geschäftsführer von JDS-Events Joaquim da Silva vor kurzem dem rheinland-pfälzischen Landesbehindertenbeauftragten in Oppenheim gezeigt.

Steile Weinberg, dunkle Weinkeller und kleine verwinkelte Gaststätten kommen einem häufig als erstes in den Sinn, wenn man an die Weinkultur denkt. Dass dies auch anders und vor allem weitgehend barrierefrei geschehen kann, glaubt man oft gar nicht. Joaquim da Silva aus Oppenheim hat es sich zum Ziel gesetzt, in der rheinhessischen Stadt auch behinderten Menschen das Weinerleben zu ermöglichen und hat hierfür eine spezielle Tour ohne Hindernisse entwickelt. Den Landesbehindertenbeauftragten von Rheinland-Pfalz Ottmar Miles-Paul hat dieses Angebot allein schon deshalb interessiert, weil die Tourismusstrategie des Landes auch darauf abzielt, behinderten Menschen ein barrierefreies Weinerleben zu ermöglichen. Daher haben sich die beiden kürzlich getroffen und haben sich die Tour ohne Hindernisse näher angeschaut.

"Es ist unglaublich, welche Schätze es hier in Oppenheim gibt, die bisher behinderten Menschen weitgehend verschlossen waren", erklärte Ottmar Miles-Paul nach dem Rundgang. Denn in dem hügelig angelegten Oppenheim mit seiner Stadt unter der Stadt mit vielen unterirdischen Gängen hätte man nicht erwartet, dass dort auch Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen einiges entdecken und erfahren können. Joaquim da Silva hat sich nicht nur hierfür stark gemacht, sondern auch eine Tour ausgedacht. Diese startet am Busparkplatz und führt zum Deutschen Weinbaumuseum. Das ehrenamtlich geführte Museum ist zwar nur im Erdgeschoss über den Hintereingang zugänglich, die Mitarbeiter sind aber bereit, entsprechende Anpassungen vorzunehmen und einen Eindruck von den Ausstellungsstücken des Museums zu vermitteln. Zudem gibt es dort ein Traktormuseum, das man sich anschauen kann.

Ein renommiertes Weingut liegt nicht weit vom Museum entfernt, bei dem es möglich ist, auch mit dem Rollstuhl in den Weinkeller zu kommen. Hier kann man sich u.a. die mächtigen Weinfässer anschauen und ein gutes Schlückchen testen. Eine Gaststätte, die den Untergrund von Oppenheim mit einem Aufzug zugänglich macht, ist ein weiteres Highligt. Dort wird regelmäßig das Theaterstück "Dinner for One" aufgeführt und das sogar in rheinhessischem Dialekt. Das anschließende Dinner mit Weinprobe gehört natürlich dazu.

Ein abschließender Besuch in der Katharinenkirche, die in vielerlei Hinsicht barrierefrei umgestaltet wurde, bietet ein weiteres Highlight der Tour ohne Hindernisse. moh

Nähere Infos über die Tour gibt's bei Joaquim da Silva, JDS Events, Tel. 06133/5099-222.
 

 
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