Wien (kobinet) Ab 14. Dezember 2008 beginnt in Österreich eine neue Zeitrechnung im Bereich barrierefreies Reisen, berichtet heute BIZEPS-INFO. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) nehmen an diesem Tag den railjet in den Regelbetrieb auf. Der Fernverkehrszug ist mit zwei fahrzeuggebundenen Rollstuhlhebeliften ausgestattet. BIZEPS und weitere Behindertenverbände waren bei der Entwicklung von Österreichs Bahn der Zukunft einbezogen (kobinet 10.10.07).
"Viele Jahre war Bahnreisen oftmals ein unerwünschtes Abenteuer. Ist der ‚Rollstuhlwagen' am Zug angehängt oder fährt man wieder im Gepäckwagen? Der einzig wirklich verlässliche und komfortable Zug in Österreich war lange Zeit der deutsche ICE", schreibt Martin Ladstätter in einem Kommentar. Doch die ÖBB haben aufgeholt und werden mit dem railjet selbst die viel gepriesenen ICE-Züge alt aussehen lassen. Ein Video zeigt, wie rasch und einfach der Hebelift bedient wird. sch
Zum ausführlichen Bericht von BIZEPS-INFO
Sandra Huber schrieb am 08.10.2008, 23:57
Man kann der ÖBB und auch den einzelnen Vertretern der Organisationen, die sich um dieses behindertengerechte Ausstatten der railjets bemüht haben, allen nur danken und sich wünschen, dass dies ein internationaler Standard wird, denn so kann man Lebenssituationen einzelner verbessern und erleichtern, das habe sich alle mit dieser Kooperation im sinne gehabt. Ich finde es ein gutes Zeichen und hoffentlich treibt das auch andere zu erfordelrichen Schritten voran.
Max Mütze schrieb am 06.10.2008, 19:24
Die ICE-Flotte hat wohl auch in absehbarer Zeit und nach immer wieder erhobener Forderung aus der deutschen Behindertenbewegung keine fahrzeuggebundenen Hebelifte, obwohl das schon vor dem railjet bei Siemens technisch möglich gewesen wäre. In Österreich haben die Betroffenen Druck gemacht. Bizeps und die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation wurden bei der railjet-Entwicklung als Ratgeber ernst genommen. Die Deutsche Bahn hat mehrfach Behindertenvertreter zu Zukunftsgesprächen eingeladen. So etwas wie eine Zielvereinbarung über Barrierefreiheit haben die daran beteiligten Damen und Herren abgesegnet – die fahrzeuggebundene Einstiegshilfe für die ICE war nicht dabei.