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06.10.2008 - 09:02

Neue Berliner Straßenbahn ab 20. Oktober im Linienverkehr.

Berlin (kobinet) Berlins neue Straßenbahn fährt ab 20. Oktober auf der Linie M4 zwischen S-Bahnhof Hackescher Markt in Mitte und Zingster Straße in Hohenschönhausen. Den Vorserienzug der Jumbo-Tram hatten die Berliner bei Sonderfahrten und auf der Innotrans-Messe kennen lernen können.

"Auf positive Resonanz stieß vor allem die Barrierefreiheit und die Größe des Fahrzeugs", war im Mitteilungsblatt "BVG unterwegs" zu lesen. Die Niederflurbahn aus dem Bautzener Bombardier-Werk ermögliche gleichzeitig die Beförderung von zwei Rollstühlen, mindestens zwei Kinderwagen und mindestens einem Fahrrad. Zitiert wurde Dariusz Czeszejko: "Ich bin auf den Rollstuhl angewiesen und kann über die Klapprampe problemlos einsteigen, wobei ich nirgends hängen bleibe. Außerdem können bequem zwei Rollstuhlfahrer mitfahren."

Am Pflichtenheft von Berlins Straßenbahn der Zukunft haben auch behinderte Fahrgäste unter Federführung des Landesbehindertenbeauftragten Martin Marquard mitgearbeitet (kobinet 20.3.07). Der neue Typ soll die aus den 70er Jahren stammenden Tatrabahnen schrittweise ersetzen, deren Betriebszulassung 2010 ausläuft.

Bombardier hat sein Grundmodell Flexity für die Berliner Verkehrsbetriebe modifiziert. Die BVG betreiben das größte Straßenbahn-Netz Deutschlands und haben 1994 ein umfangreiches Modernisierungskonzept gestartet. Begonnen wurde damit, das Netz nach Westen auszudehnen, wo früher in der geteilten Stadt die Straßenbahn zugunsten von Bus und U-Bahn abgeschafft worden war.

Die Berliner Straßenbahn verfügt über eines der ältesten und heute immer noch größten Netze der Welt. Es besteht aus den 9 Metrolinien M1-M17 und den 13 Ergänzungslinien 12-68 für die Gebiete Wedding, Weißensee, Mitte, Marzahn, Hellersdorf, Lichtenberg, Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Prenzlauer Berg, Köpenick, Pankow und Treptow.

Das Gleisnetz der Straßenbahn erstreckt sich über fast 190 km. Alle 22 Linien zusammen kommen auf eine Gesamtlänge von 430 Kilometern. Auf 1,3 Millionen Fahrten werden jährlich 173 Millionen Fahrgäste befördert. Immer wieder ansteigende Fahrpreise setzen allerdings einer noch höheren Auslastung Grenzen.

In den nächsten Monaten werden vier Vorserienfahrzeuge der Jumbo-Tram im Probebetrieb laufen bis entschieden wird, ob die Berliner ihre Option auf weitere 206 Neufahrzeuge bei Bombardier einlösen. Die neue Bahn soll dann nach und nach die für Fahrgäste im Rollstuhl oder mit Kinderwagen ungeeigneten Tatrafahrzeuge ersetzen. Ab 2014 könnte das Berliner Straßenbahnnetz komplett barrierefrei betrieben werden. sch
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Arnd Hellinger schrieb am 07.10.2008, 14:53

Re: "richtige Haltestellen"

Das von Markus Walloschek hier genannte Problem hat die BVG - wie im kobinet-Beitrag zu lesen und an den Fahrzeugen zu sehen - bei Flexity durch den Einbau von Klapprampen an der jeweils 2. Tür in Fahrtrichtung rechts gelöst. Bei der Vorgängerserie GT6, die so auch u.a. in Bremen, Mainz und München fährt, gibt es elektrische - jedoch störanfällige -Hebebühnen in Berlin bereits seit 1994. Auch wenn man nicht alle Haltestellen mit Nahnsteigen versehen kann, sind barrierefreie Straßenbahnen also machbar.

ich rate Herrn Walloschek daher, über Stadtrat und ggf. Landtag die EVAG zur Nachrüstung ihrer Niederflurzüge mit Rampen zu newegen. Verkehrsunternehmen machen alles, wofür sie bezahlt werden....

Frank Winkel schrieb am 06.10.2008, 20:04

Flexity Berlin

Ich habe schon die Gelegenheit genutzt, um mit der neuen Tram zu fahren.

Von der neuen Tram bin ich begeistert. Bei den Vierersitzen hat man mehr Beinfreiheit.

Markus Walloschek schrieb am 06.10.2008, 10:04

"richtige Haltestellen"

Niederflurstraßenbahnen sind ein echter Moblitätsgewinn für Rollis, allerdings müssen auch dir "richtigen Haltestellen" gebaut werden. Wenn die Einstiegshöhe zu tief ist kommt mann ohne fremde Hilfe nicht hinein.
In Erfurt gibt es die verschiedensten Einstiegshöhen von 19 cm - 26 cm.
Dadurch das auch die Wagenhöhe nicht ganz gleich ist, ergeben sich manchmal große Einstiegsprobleme.
www.evag-erfurt.de/tarife_liniennetz/niederflur_stadtbahn.pdf

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