
Sankt Pölten (kobinet) Arbeit, Alltag, Assistenz - unter diesem Motto fand am vergangenen Mittwoch eine Podiumsveranstaltung der Wiener Assistenzgenossenschaft WAG in Sankt Pölten statt. Leben mit persönlicher Assistenz in Niederösterreich und die unterschiedlichen Handhabungen und Regelungen in den österreichischen Bundesländern wie in Gesamteuropa wurden von den Referenten beleuchtet.
Der Vertreter des Bundessozialamtes der Landesstelle Niederösterreich lobte das Engagement der WAG in Niederösterreich und stellte eine Erweiterung des Personenkreises, der eine modellhafte Förderung für Assistenz am Arbeitsplatz vom Bundessozialamt erhält, in Aussicht.
Martin Ladstätter vom BIZEPS äußerte sich kritisch zur Förderung von persönlicher Assistenz ausschließlich am Arbeitsplatz und bemängelte den Föderalismus in Österreich. "Dies ist die Ursache der unterschiedlichen Regelungen für persönliche Assistenz in den Bundesländern", so Ladstätter. "Die Menschenrechte von behinderten Menschen, die auf persönliche Assistenz angewiesen sind, werden von der österreichischen Politik mit Füßen getreten, schließlich blinken alle Ampeln in ganz Österreich im gleichen Rhythmus und die Autofahrer fahren in Tirol auf der gleichen rechten Spur wie in Wien." Dass jemand in der Steiermark anders unterstützt wird als in Innsbruck, sei für ihn nicht nachvollziehbar.
Als Gastredner beschrieb Andreas Vega vom VbA - Selbstbestimmt Leben aus München die Situation der persönlichen Assistenz in Deutschland und zog einen europäischen Vergleich. Ebenso wie Ladstätter forderte er ein Assistenzsicherungsgesetz nach schwedischem Vorbild für eine einkommensunabhängige und bedarfsgerechte persönliche Assistenz für Deutschland, Österreich und ganz Europa. ave