
Hannover (kobinet) Für den Motorsport hat integ, die Jugendorganisation des Sozialverbandes Deutschland, jetzt bei einem Workshop in Niedersachsen junge Leute mit einer Behinderung begeistert. Rennrollstuhlfahrer Malte Schneeberg probierte die Laatzener Kart-Bahn aus. "Es ist einfach ein tolles Gefühl in einem Kart, so dicht am Boden und mit fast 60 Sachen", wird Thomas Schröder heute in einer Presseinformation des Verbandes zitiert.
Der 23-Jährige spielt eigentlich Rollstuhlbasketball und ist neuerdings begeisterter Kart-Fahrer: "Man sitzt recht entspannt und ist nicht selbst per Muskelkraft für die Beschleunigung verantwortlich." Schröder ist für das Zustandekommen des ersten integrativen Kart-Workshop im Laatzener (bei Hannover) "Kart-o-Mania" verantwortlich. Für die integ, die Jugendorganisation des Sozialverbandes Deutschland e.V. (SoVD), organisierte er das Motorsporterlebnis für 25 Jugendliche mit und ohne Behinderung. Gemeinsam mit der auf diesem Gebiet erfahrenen Rollstuhl-Sportgemeinschaft Hannover ´94 sind nun weitere Veranstaltungen geplant.
"Wir konnten jungen Leuten Informationen und zugleich Spaß vermitteln. Jetzt wollen wir versuchen, das im nächsten Jahr zu wiederholen", so integ-Landesvorsitzender Thomas Harms. "Durch unsere Vorträge konnten wir außerdem die Möglichkeit für viele verbessern, trotz Handicap den PKW-Führerschein zu bekommen."
Mit zunächst vier - inzwischen sind es elf - auf Handbetrieb umgebauten Karts bietet die Rollstuhl-Sportgemeinschaft schon seit 2004 diesen speziellen Sport für Menschen mit Behinderung an. Alle 14 Tage gibt es sonntags zwischen zehn bis zwölf Uhr eine feste Trainingszeit. Im Durchschnitt trainieren dann 25 und 30 Personen, die ganze Sparte hat inzwischen mehr als 100 Mitglieder. "Ich liebe Motorsport und es ist einfach eine Faszination für die Menschen mit Handicap, auch einmal so etwas machen zu können", sagt Edeltraud Kirschmann, die Organisatorin der Kart-Sparte innerhalb der Rollstuhl-Sportgemeinschaft. "Diese speziellen Karts sind mit einem Überrollbügel, speziellen Sitzen und Hosenträgergurten ausgestattet", erläutert sie.
Zwar ist die Gruppe der Motorsportfreunde mittlerweile stark angewachsen, aber über weitere junge Leute mit Handicap, die diesen Sport ausprobieren wollen, würde sich Kirschmann freuen. Hineingeschnuppert hat auch Rennrollstuhlfahrer Malte Schneeberg, den die integ bei seinem Weg zu den Paralympischen Spielen 2012 unterstützt. "Das war mal was anderes und hat richtig Spaß gemacht. Man musste gar nicht so viel Kraft aufwenden, eigentlich nur in den Händen", meint der 22-Jährige. Nur mit der Anbindung der Busse habe er nicht so gute Erfahrung gemacht, berichtet er. Auf dem Weg nach Laatzen seien diese nicht wie versprochen immer mit behindertengerechten Zugang ausgestattet. sch